Wiedererweckung

Aus Liber Historium
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Zeit: (12. Peraine) 10. – 20. Ingerimm 1060

Region: Fasar

Beteiligte: Alice Donnerkrach, Ragnar Raganson, Rhajid ibn Ta'ir

Erwähnungen: Ismene sunya Oymira sâla Salambua Al’cumrat, Shafir al'kebîr sâl Ghantabir ay Ruban'Dschebel, Harira

Geschichten von und zu Neuschanz

Nach den Geschehnissen in Hausen reist die Gruppe weiter und kommt ohne weitere nennenswerte Ereignisse am 12. Peraine 1060 in Fasar an. Alice begibt sich zur Ausbildung in den Rondratempel. Ragnar und Rhajid übernachten dort ebenfalls. Thalion geht zur Sonnenlegion.

Mitte Peraine findet ein mehrtätiges Fest in Fasar statt. Ragnar und Rhajid nehmen dort am Pferderennen teil und werden 28. und 21. von 50. Beim Arenakampf stellt sich Rhajid zwar weniger gut an wie Ragnar, aber die Zuschauer finden seinen Kampf viel spannender. Ein rotes gesticktes Band zeichnet sie als Teilnehmer dieses Volksfestes aus.

10. Ingerimm

Folgendes konnte im Zusammenhang mit den Ruinen, bei denen Karmal und Alice Wache hatten, herausgefunden: - die Ruinen des Gebäudes in dem der Vorfall mit den Altären war sind in dieser Nacht eine Spiegelung gewesen -> Sternenkonstellation hat dafür gesorgt, dass es dorthin projiziert wurde - der richtige Tempel befindet sich wo anders, der richtige Standort wurde errechnet und kartographiert - Wegbeschreibung wird an Alice und Gruppe weitergegeben - Dort befindet sich schon eine Expeditionsleitung von denen ihr nähere Infos bekommen solltet - Alice soll hinkommen, gibt Wandhauereien, die sie nicht zuordnen können - Rhajid soll Alice begleiten; Ragnar wird als Doppelsöldner angeheuert -> 2 Dukaten pro Tag, wenn es zum Kampf kommt, ansonsten 1 Silber + Verpflegung

10. Ingerimm 1060

Wir quartieren uns in Merahbad in einem Gasthaus ein und ich erzähle allen, was ich in den Ruinen erlebt habe.

11. Ingerimm 1060

Wir verlassen den Weg Richtung Südosten und kommen in ein ziemlich kahles, vegetationsloses Gebiet. In der Ferne erblicken wir eine Stunde später die uns genannte Felsformation und steuern darauf zu. Bald schon kommt uns eine Kamelreiterin entgegen, die einen langen, glänzend goldenen Stab bei sich trägt. Ich erinnere mich an das Sonnensymbol an ihrem Stab, das „allsehende Auge“, das mit einer bestimmten Abzweigung der Praioskirche zu tun hat, die nach dem Ursprung ihres Kults suchen. Ihr Name ist Ismene sunya Oymira sâla Salambua Al’cumrat und sie führt uns Richtung Klippen zu einem Zelt, wo auch ein Mann bei einem Klapptisch sitzt. Der Hautfarbe nach zu urteilen kommt er eher aus dem Norden. Er wechselt ein paar Worte mit Ismene auf Tulamidya und bittet uns, uns auf einer Anwesenheitsliste einzutragen. Laut der Liste sind 7 Personen noch dort, da kein Austragungsdatum vorhanden ist.

Durch eine Spalte betreten ein kleines Dorf, das zum Teil bewohnt wirkt und bringen unsere Pferde in einen Stall. Danach folgen wir Ismene in ein kleines Häuschen, wo wir direkt eine große ausgebreitete Karte erblicken. Es zeigt die innere Tempelanlage und Ismene meint, der Schrein wäre dem Praioskult des sehenden Auges gewidmet gewesen. Man sagt, der Tempel verschlingt das Böse und hält es darin gefangen. Wir erfahren auch, dass Ismene noch nicht geweiht ist.

Wir betreten das Heiligtum durch einen engen Gang mit tulamidischen Öllampen, da eingesperrtes Feuer nicht geduldet wird. An den Wänden sehen wir das Symbol des Kultes und es wirkt, als würde es uns beobachten. Dann treten wir wieder ins Licht und sehen den eigentlichen Eingang des Tempels. An den Säulen sind verschiedene Bilder zu sehen, zu denen Ismene erklärt dazu, dass die Dämonen hier reingetrieben und eingesperrt wurden. Shafir al'kebîr sâl Ghantabir ay Ruban'Dschebel hat im Tempel eine eigene Kammer, da er die Expedition hier leitet.

Ismene zeigt uns verschiedene Räumlichkeiten und Bilder. In einem etwas größeren Bereich ist ein glatter Altar, der ein Bild zeigt, das mir sehr bekannt vorkommt. Darauf ist der Schlüssel abgebildet und die 9 Opfer und Ismene erklärt, dass irgendwas fehlt. Ich erzähle von dem Metallgerüst und der Steinplatte, die ich in meiner Vision gesehen habe. Daraufhin führt sie uns in einen anderen Raum, in dem mehrere Steinplatten sind. Auf der, die mir bekannt vorkommt, steht geschrieben: „Hiermit kann das Auge geblendet werden.“ Rhajid und Ragnar tragen die Steinplatte auf den Altar und Ismene möchte ein Ritual vorbereiten, um das Innere des Heiligtums zu öffnen. Das wird aber erst morgen früh fertig sein, weshalb wir uns noch etwas umsehen und uns dann im Dorf in einem Haus einquartieren. Während ich Rhajid wegen meines Berichts um Rat frage, rubbelt Ragnar an einem Griff der Steinplatte, der beim Tragen abgebrochen ist, und erkennt, dass dieser komplett goldfarben ist. Er wirkt auch so, als wäre er an der Bruchstelle angeschmolzen.

Wir wollen zurück ins Heiligtum gehen, um deshalb nochmal mit Ismene zu sprechen, aber eine Wache lässt uns nachts nicht ein, da sonst die Dämonen auf uns aufmerksam werden könnten. Ich verstehe das nicht ganz, da die Dämonen ja weggesperrt sind?... Aber wir legen uns schlafen.

12. Ingerimm 1060

Ragnar erzählt uns, dass er schlafgewandelt ist. Aufgewacht ist er mit dem goldenen Griff vor einer Tür im Dorf – die Wache hat er nicht gesehen.

Daraufhin gehen wir zu dem Haus mit der Tür und Rhajid öffnet die Tür, woraufhin wir die bewusstlos geschlagene Wache finden und ins Bett tragen. Danach gehen wir zum Tempel und berichten Ismene das Geschehene. Sie untersucht derweil den anderen Griff an der Steinplatte – auch dieser ist golden! Auch stehen ganz viele Spiegel hier rum, sodass das Sonnenlicht von draußen auf den Altar scheint. Ragnar soll den Griff an die gebrochene Stelle halten und er schmilzt sich wieder an – aber er kann ihn nicht mehr loslassen! Rhajid soll den Griff auf der anderen Seite festhalten und ich… natürlich, ich soll auf die Platte klettern. Ich bin nicht begeistert, mache aber, was Ismene mir sagt. Wie eine Aura umhüllt uns drei das Licht und ich werde bewusstlos.

Von Rhajid erfahre ich nach dem Aufwachen, dass die Platte sich mit uns abgesenkt und der Durchgang sich über uns wieder geschlossen hat.

Rhajid hört ein vertraut wirkendes Flüstern: „Du bist einer der Träger, aber der einzige mit richtigem Ahnenblut. Du wirst den Weg angeben.“ Kaum lassen er und Ragnar die Griffe los, schlängeln sich diese wie goldene Schlangen ums Handgelenk und lassen sich nicht mehr abnehmen. Auf Rhajids Armreif steht etwas auf Ur-Tulamidya, aber keiner von uns kann es lesen.

Wir schauen uns er mal etwas um. Auf dem Weg finden wir ein Skelett, das zur Hälfte von einer abgebrochenen Säule begraben auf dem Boden liegt. Es hat einen ähnlichen Armreif rum. Ragnar und Rhajid packen die Überreste, die sie bergen können, in Rhajids Umhang. In einem anderen Bereich hören sie eine kurze, helle Tonfolge, die ich auf meiner Ocarina nachspiele. Daraufhin hören wir seltsame Geräusche – Krallen, Tiere? – Auf jeden Fall ist es eine ganze Menge. Wir suchen nach der Geräuschquelle und finden ein ganzes Rudel Ratten mit roten Augen! Da sie sehr angriffslustig wirken, gehen wir doch lieber erst woanders hin. Der nächste Raum offenbart uns Wandhauereien, auf denen man erkennt, dass Dämonen durch die beiden Durchgänge, die von hier abgehen, gescheucht und eingesperrt wurden. In den kleinen Räumen dahinter sehen wir, dass alles golden ist. Anders als Rhajid, der nur von draußen in den Raum schaut, gehe ich hinein und betrachte mich in den spiegelnden Wänden. Ein Gefühl von Gemütlichkeit überkommt mich und ich möchte gar nicht mehr hinausgehen. Als ich aber die Wand mit den Fingerspitzen berühre, fühle ich mich kurz benebelt und ich sehe, wie jemand mit goldenen Augen auf mich herabstarrt. Auch Schattenwesen laufen herum und Rhajid versucht mich irgendwie aus dem Raum zu locken. Er provoziert mich bis aufs Äußerste und ich verspüre den Wunsch, meine Ehre wiederherzustellen, indem ich Rhajid bekämpfe. Mit dem Zweihänder in der Hand schwinge ich ein paar Mal sinnlos herum, bevor ich mich wieder beruhige und erkenne, dass der Raum tatsächlich eine seltsame Wirkung auf mich hatte.

Zurück, wo wir zuvor eine seltsame Statue gesehen haben, steht jetzt ein Mann und fragt uns auf Thulamidya, wo wir hergekommen sind. Er erklärt, dass wir hinter ihm, dort ist ein Ausgang zur Wüste hin, hin hinausdürfen, weil wir dort nicht hineingekommen sind. Außerdem sagt er, dass Rhajid wissen sollte, was nun zu tun ist. „Ihr seid der, der den Pfad gehen kann und die anderen müssen folgen.“, liest er auf Rhajids Armreifen vor. Mein Schwertbruder erklärt ihm auch, weshalb wir hier sind. Er schlussfolgert, dass wir das allsehende Auge, den Schlüssel, suchen. Und ich sei wohl die Auerwählte, während Rhajid und Ragnar die Platte mit sich mittragen sollen, denn sie sind die Träger. Wir sehen uns nach dem Gespräch erst mal um.

In einem anderen Raum hören wir Sand rieseln. Auch steht ein halb im Sand vergrabener Altar darin, den ich mir ansehe. Darauf ist ein Auge zu sehen, das uns hier schon öfters untergekommen ist, das heller leuchtet, wenn Ragnar sich nähert. Er fasst es dann auch an, während Rhajid und ich beim Eingang stehen bleiben. Der Armreif von Ragnar löst sich und klebt sich als Griff ans Auge an – er hat auch keine andere Wahl, als den Altar, der eigentlich sowas wie ein Quader ist, aufzuheben. Er bringt es zu uns. In einem anderen Raum finden wir ein Loch, in dem der Stein hineinpassen würde, aber wir schauen uns erst weiter um.

Wir finden weitere goldene Räume, die wir nicht betreten. In einer davon liegt zwar eine Schlange, aber wir lassen sie in Ruhe. Ein Gang zeigt, wie die zwei Träger die Auserwählte hindurchtragen. Im Raum dahinter finden wir vier Säulen, die Folgendes zeigen: Die Träger kommen mit der Auserwählten in den Raum. Der Auserwählte rezitiert etwas und die zwei Träger knien am Boden und beten. Drei verschiedene Wege sind zu sehen, aber ein Teil der Malereien fehlt. In einem Raum mit Feuer tragen die Träger den Auserwählten mit der Platte auf ein Feuer. Rundherum stehen 9 Leute, 2 davon sind die Träger und die Platte steigt langsam an. Die 9 Leute werden nacheinander von Dämonen befallen und der Auserwählte gelangt an den Schlüssel.

Wir gehen weiter und sehen bald einen leeren Raum. Ein anderer Raum wirkt anders, als die anderen Örtlichkeiten. Er wirkt zeitlos. In diesem Raum findet er ebenfalls ein leuchtendes Auge und er erhalt einen ähnlichen Quader wie Ragnar. Als die beiden Männer die Steine zueinanderhalten, verschmelzen sie zu einer Platte.

Der Plan ist also, dass mich die beiden Männer in den Säulenraum tragen und ich dort etwas rezitiere. Blöd nur, dass wir das Ur-Tulamidya nicht entziffern können, weshalb wir den Steinmann von vorhin um eine Übersetzung bitten: „Huldigt den Göttern mit dem richtigen Willen.“ Bevor wir aber zurück zum Säulenraum gehen, versuchen wir die Ratten zu verscheuchen, was Ragnar auch mit Hilfe seiner Fackel gelingt. Im Raum finden wir schließlich eine zerfressene Leiche und Noten, die die Melodie von vorhin zeigen – normal und rückwärts. Den Toten bringen wir der Steinwache. Diese erklärt, dass der Verstorbene wohl seinen Posten verlassen hat und er ihn beim Schichtwechsel mitnehmen wird. In einem anderen Raum höre ich die umgekehrte Melodie. Nach dem Spielen dieser wird die Wache wieder zu Stein und die Quader der Männer fallen ab. Natürlich gehe ich dann zurück in den ersten Raum, um die Melodie nochmal richtig zu spielen. Nun ist alles wieder wie zuvor und wir versuchen nun endlich den Plan in die Tat umzusetzen.

Im Säulenraum fügen Rhajid und Ragnar die Quader zur Platte zusammen und ich steige hinauf, um mich hinzuknien. Wir alle, nun knien wir alle, richte ein stilles Gebet an die Götter. Einige Zeit passiert gar nichts, dann ist es, als würden wir fallen und plötzlich stehen wir in der prallen Sonne in der Wüste. Hier wächst Mais! Und einige Urnen und ein Wasserschlauch liegen herum. Im Wasserschlauch befinden sich Edelsteine, die aber feststecken?! 3 Wege führen von hier ab und beim linken leuchtet Rhajids Armband. Ragnar und ich folgen ihm und leuchtende Bilder an der Wand zeigen Folgendes: 1 Person kniet vor etwas Dämonischen, dreht sich auf und sieht im Himmel das symbolische Auge. Es lässt das schwarze Etwas hinter sich und folgt dem ausgeleuchteten Pfad des allsehenden Auges. Weiters sieht man die drei Pfade, von denen der ganz rechte hell erleuchtet ist. Nun wählen wir doch den rechten Weg und wieder erscheinen Bilder: Die Person betritt einen Tempel und trägt dann den gleichen Stab wie Ismene. 9 Leute folgen der Person schließlich und vor einem Tempel versucht die einzelne Person den Schlüssel zu ergreifen.

Wir betreten den Raum mit den 9 Statuen und einer leeren Feuerschale in der Mitte und ich erkenne Harira, das letzte Opfer, wieder. Da ich die Namen der anderen nicht kenne, greife ich eine davon an im Willen, ihren Namen zu erfahren. Daraufhin sehen Rhajid und Ragnar, wie ich erstarre. Im Schnelldurchlauf ist es, als würde ich 9 parallel stattfindende Leben sehen und erfahre dadurch auch ihre Namen: • Welkisha sunya Hekapa • Utuchengal sunya Isiyuna • Ninshubura ibn Mesa-lim • Nikal ibn Bel-shar-uzur • Sharkalisharri ibn Alriq-Ninurta • Schura-Damu ibn Ur-Nanshe • Ninlil sâla Atrahasis • Igrisch-Hepa sunya Ningal • und natürlich Harira sâla Almaqah

Nach der Vision falle ich auf alle Viere und rufe erschöpft nach Papier und Stift – wenig später hat Rhajid alle Namen notiert. geschafft… während ich mich ausruhe, klaubt Rhajid einen Stein aus dem Wasserschlauch. Einen Bernstein! Wir überlegen, wie es weitergehen soll und mir fällt ein, dass wir die Statuen mittels der Melodie wieder lebendig machen können! Vorher soll ich aber wieder einigermaßen fit werden, befielt mir Rhajid und er holt derweil Öl von den Urnen draußen, um das Feuer in der Mitte der Statue zu entzünden.

Anschließend schlafen wir eine Runde, denn nun fühlen sich auch alle anderen müde.

Ragnar erwacht wieder und geht neugierig in einen der Gänge, um die Wände anzufassen. Er sieht, wie der Auserwählte den Schlüssel auf einen Altar legt und ihm über 10, vielleicht 13 oder 14, Hörner wachsen. Die gehörnte Person geht von Stadt zu Stadt und alle dunklen Schatten schließen sich ihr an. Mit jedem Bild wirkt sie unmenschlicher, ihr fehlt auch schon ein Arm und irgendwann kehrt sie zurück zum Tempel. Dort wird sie von den Dämonen angefallen und sie schafft es gerade noch kriechend, den Schlüssel auf den Altar zu legen. Weitere Bilder gibt es nicht. Im anderen Gang sieht er den Auserwählten erhobenen Hauptes direkt auf den Altar zugehen und den Schlüssel darauf legen. Im Altar scheinen dann die Dämonen eingesperrt zu sein.

13. Ingerimm 1060

Wir gehen unseren Plan nochmal durch und ich spiele die Melodie, um die Statuen zu erwecken. Tatsächlich wird das Gestein wieder menschlich, aber wir verstehen sie nicht, weil sie eine alte tulamidische Sprache sprechen. Harira geht zum Altar und ich versuche es auf Bosparano. Und tatsächlich spricht sie mit mir! Sie fragt nach Samsi sunya Ninlil – sie hat den Schlüssel gehabt. Es scheint für sie unvorstellbar zu sein, dass schon viel Zeit seit damals vergangen ist und sie will unbedingt das Ritual nochmal durchführen. Mir geht das alles viel zu schnell und ich möchte erst genau aufgeklärt werden, aber sie wissen auch nicht, was mit der Auserwählten passiert und im Endeffekt war die Aufregung unnötig, weil wir mit dem Ritual bis zum Abend warten müssen.

Rhajid geht derweil spazieren, Ragnar versucht mit den anderen zu kommunizieren und ich bete zu Rondra und Praios. Harira bemerkt, dass ich noch sehr erschöpft bin und sie spricht einen Segen und zeichnet mir ein Auge auf die Stirn – sofort fühle ich mich besser und es ist, als wären alle Dinge, die mich von außerhalb beschäftigt haben, viel klarer geworden. Der lichtende Nebel wirkt heilend für mich und meine Kräfte kehren zurück. Danach schreibe ich meinen Bericht weiter.

Abends sehen wir draußen einige Schatten rumhuschen und es wird ziemlich kalt und dunkel. Das Ritual wird vorbereitet und ich hole einen faustgroßen Bernstein mit eingeschlossener Libelle, der im Wasserschlauch war, um ihn ins Feuer zu werfen. Anschließend lege ich meinen Zweihänder bei Rhajid ab und steige auf die Steinplatte, die von meinen beiden Freunden gehalten wird. Die 9 Fremden verfallen in einen Singsang und die Platte schwebt von selbst ein Stück höher und die goldenen Griffe werden zu scheinenden Waffen, die in die Hände von Rhajid und Ragnar schweben. Zwischendurch fallen immer wieder Schatten in den Raum ein, die einen der Fremden anfallen und so in Stein verwandeln.

Eine größere Gestalt tritt vom Altar aus irgendwann näher und Rhajid und Ragnar stellen sich ihr mutig entgegen, woraufhin es sich zweiteilt und angreift. Auch auf meine Platte klettern Schattenwesen und ich ziehe Patroni, um mich und den Schlüssel, der langsam über mir auftaucht, zu verteidigen. Es dauert, aber schließlich hat Ragnar seinen Gegner mit einem letzten Schlag in eine goldene Statue verwandelt. Auch das zweite Wesen, das Ragnar übernimmt, weil Rhajid sich brennend am Boden wälzt, wird von ihm vergoldet. Mein Gegner erweist sich als hartnäckig, denn er versucht beständig in meinen Geist einzufahren und manchmal, wenn es ihm gelingt, trete ich einen Schritt näher an den Rand der Plattform heran. In der Zwischenzeit sorgen Ragnar und Rhajid dafür, dass keine weiteren Schatten zu mir hochklettern. Nun wurde ich aber schon so weit an den Rand gedrängt, dass ich drohe zu fallen. Ich möchte mich noch festhalten, aber dazu müsste ich Patroni fallen lassen! Stattdessen schiebe ich Patroni in die Plattform in einen Hohlraum und schaffe es so, mich oben zu halten. Dann greife ich erneut an, um dem Wesen weiter zuzusetzen. Derweil ist nur noch Harira lebendig und Ragnar verteidigt sie, Rhajid hält weiterhin die Schatten auf, die zu mir wollen. Nun dränge ich das Monster zurück und schließlich gelange ich in die Reichweite des Schlüssels und ergreife ihn.

Kaum halte ich den Schlüssel in den Händen erkenne ich, dass er wie eine kleine Version von Ismenes Stab aussieht. Auch das symbolische Auge ist zu sehen und darin leuchtet etwas Weißes, das mich in seinen Bann zieht. Derweil lösen sich die Schatten auf, auch die Gestalt, die versucht hat, mich von der Steinplatte zu werfen. Die Plattform wird auf Rhajids Bitte an Harira hin langsam wieder heruntergefahren. Dabei erkennen Rhajid und Ragnar, dass meine Augen hell leuchten… Mir selbst fällt das allerdings nicht auf, aber mein Schwertbruder fragt mich nach meinen Augen und ich sehe, dass in der Nähe seines Herzens ein roter Fleck ruht – eine schlechte Eigenschaft. Bei Ragnar hingegen ist ein seltsamer Schatten im Kopf – eine Angst.

Während ich von der Plattform steige, sehe ich, dass die Schatten sich in den drei Eingängen verkriechen. Kaum berühre ich den Boden, verschwimmt alles rundherum ein wenig und ich fühle mich halb in einer Vision – meine Gedanken drehen sich nur noch um die zwei Möglichkeiten, die ich habe: • Die Dämonen am Altar sofort versiegeln • oder die Dämonen unterwerfen, sie für das Gute einsetzen und dann versiegeln Ich bewege meine Hand mit dem Schlüssel und ein Portal öffnet sich am anderen Ende des Raumes, dem ersten Altar gegenüber. Auch hinter dem Portal ist ein Altar, doch ich beachte ihn kaum. Stattdessen gehe ich an den goldenen besiegten Wesen vorbei, die zu Staub zerfallen und stelle mich vor den Altar. Kurz bevor ich den Schlüssel hinlege, halte ich kurz inne, denn ich weiß, dass ich uns an einen anderen sicheren Ort bringen kann. Dann würden mir die Schatten aber folgen, solange ich den Schlüssel in den Händen halte. Harira bietet mir an, den Schlüssel zu übernehmen, uns zurückzubringen und dann das Artefakt auf den Altar zu lesen. Ich schwanke hin- und her. Ich will etwas für die Welt tun. Ich will Rondras Ehre in ihrem Namen mehren. Aber ich will weder Rhajid, noch Ragnar opfern, denn ich weiß, dass sie mich nicht alleine gehen lassen. Und bringt es Rondra wirklich Ehre? Handle ich nicht sogar eher eigennütz, wenn ich die Dämonen einsperre.

14. Ingerimm 1060

Ich überreiche Harira den Schlüssel und einen Lichtblitz später sind wir wieder im ursprünglichen Heiligtum, wo wir Ismene zurückgelassen haben. Lediglich ein Riss in der Steinplatte, die von meinem Stich mit Patroni zeugt, ist ein Beweis, dass wir tatsächlich weg waren. Ismene stürmt mit dem Expeditionsleiter auf uns zu und will sofort alles wissen! Den Schlüssel haben wir ihr nicht gebracht, aber Rhajid überreicht ihr die restlichen Bernsteine aus dem Wasserschlauch.

In einem Haus im Dorf sollen wir ihnen schließlich alles erzählen und erhalten eine Spende für die Rondrakirche (40 Dukaten). Ismene erzählt, dass sie anfangs verwirrt war, aber während wir weg waren, hat sie einen geheimen Raum hinter dem Altar gefunden, den sie uns auch zeigt. Dort steht geschrieben, dass die Geschichte des Artefakts weitergeht und es sind auch drei Leute abgebildet: Zwei Personen mit goldenen Schwertern kämpfen gegen Schattenwesen und eine nimmt den Schlüssel auf der Plattform entgegen. Letztere umhüllt eine eigenartige Aura. Insgesamt sehen die drei uns schon ziemlich ähnlich… Auf dem nächsten Bild sehen wir, wie die Auserwählte mit den Trägern auf der Seite den Schlüssel an eine andere Person, die wie Harira aussieht, übergibt. Über der Auserwählten (mir?!) schwebt ein Geist - Samsi sunya Ninlil. Hat Haira überlebt und das alles hier festgehalten? Rhajid schlussfolgert auch, dass Samsi damals danach gestorben ist, um von dort an der leitende Geist zu sein. Immerhin wurde der Raum all die Jahre davor nie gefunden… Ismene verweist uns in den Praiostempel von Fasar, da es dort noch einige Informationen zu dem Kult gibt. Dafür erhalten wir auch eine Bestätigung, dort lesen zu dürfen.

Später sehen wir auch, dass unsere Maiskolben, die wir mitgenommen haben, aus purem Gold (im Wert von 40 Dukaten) sind. Und die Wache, die niedergeschlagen wurde, hatte damit gar nichts zu tun, denn da ging es um Wettschulden.

17. Ingerimm 1060

Ich bitte Ismene darum, mir einen Bericht über Rhajids Heldentat auszustellen und auch meinen Bericht schreibe ich sorgfältig zu Ende.

19. Ingerimm 1060

In Fasar bringen wir die Maiskolben zum Praiostempel, die die Reliquien für ihren Goldwert abkaufen.

20. Ingerimm 1060

Wir werden zum Tempelvorsteher beordert, wo Rhajid seine erste Heldentat anerkannt bekommt, weil ich ihn darum gebeten habe. Auch Karmal und Masala sind dabei und beglückwünschen ihn.