Der Seelenraub

Aus Liber Historium
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Zeit: 1. - 2. Peraine 1035

Region: Havena

Beteiligte: Maximus Donnerkrach von Donnerbach, Avala Lyria Vogelflug, Florence Ingaldsdotir

Erwähnungen: Valin Beryllus von Kuslik, Linai Ceridwen, Laris Siral, Bauer Harme, Branwen Gilea (Besitzer des Observatoriums), Yashima sunya Nesliha (verstorben), Itobaal ibn Tulachim, Treuwerth Viridius zu Gnadendorp, Malzan, Kornelio Sturmfels, Tannfried Auenborn (Praios Akoluth), Gisbert Hinterwall (Doppelsöldner, verstorben), Sumuadum sâl Kurush (Ishkariotjäger, verstorben), Salman Marillio (Krieger, verstorben), Andela Gerber (Kriegerin, verstorben), Eariel (Halbelf), Albrecht Fischer

Aus Lana Adersin-Nagraskjaleffs "Wohin mein Weg auch führt - Maximus Donnerkrach"

Valin bat Avala und mich, nach Havena zu reisen, um dort Linai Ceridwen, eine Spezialistin für Sagen und Legenden, zu treffen. Ihr Spezialgebiet ist Havena und dessen Vergangenheit. Seit zwei Wochen erzählt man sich dort, dass sich Ausstellungen des Wachsfigurenkabinetts bewegen oder einen kurzen Zeitraum lang verschwinden und wieder auftauchen. Besucher sollen ebenfalls abhandengekommen sein, aber dem wurde nicht nachgegangen, da es keine Beweise gibt und niemand offiziell vermisst wird. Linai Ceridwen, von der auch zwei Freunde verschwunden sind, befürchtet dämonisches Wirken.

1. Peraine 1035 Wir gehen in das Gasthaus „Rondras Einkehr“, um uns dort mit ihr zu treffen. Während wir dort auf sie warten, spielt Avala auf ihrer Geige und ich setze mich an einen der Tische, um ihr zuzuhören. Ich bin derweil selbst ein wenig in Gedanken, da es hier in einem Rondraschrein ein zerbrochenes Schwert geben soll. Dieses Schwert „Drachenzunge“ wurde vom Heiligen Reochaid geführt, der auch die Kriegerakademie Ruadas Ehr‘ in der ersten Dämonenschlacht gegründet hatte. Da höre ich plötzlich ein laut quietschendes „Maxi!“ und gleich darauf finde ich mich in einer Umarmung mit Flo. Sie sucht wohl ebenfalls Linai, weil sie Schlafprobleme hat und Laris, einem Bekannten, an sie verwiesen wurde. Ich erzähle Flo auch von unserem Begehr und sie beschließt uns zu helfen.

Da kommt auch schon Linai hereingeschneit und setzt sich zu uns. Flo fragt sie auch gleich nach diesem Laris Siral und bekommt die Antwort, dass sie vor 15 Götterläufen den letzten Schriftverkehr hatten. Dabei handelt es sich wohl um einen Schwarzmagier. Auf meine Nachfrage hin erklärt mir Flo, dass er ihr bei diesem Traumproblem helfen will und Aedin und Lana gerade keine Zeit hatten. Von Linai erhofft sie sich, dass sie einen Ort weiß, an dem „Dinge getrennt“ werden können.

Flo weist mich darauf hin, dass einer der Kerle hier sowas wie eine Kristallkugel in der Hand hat und Avala beobachtet und immer wieder auf seinen Gegenstand starrt. Da ich aber weiß, dass Avala sehr gut auf sich selbst aufpassen kann, belasse ich es dabei.

Linai gibt uns derweil die Eintrittskarten für das Wachsfigurenkabinett. Flo fragt mich dann, ob ich auch etwas höre, aber ich verneine, da ich außer Avalas Spiel nichts wahrnehme. Die Thorwalerin verzieht plötzlich das Gesicht und Avala liegt auf der Bühne. Sofort stürmen wir hin, Flo schreit mich an, dass der Mann mit der Kugel wegrennt und ich stürze mich auf ihn. Leider schlägt er sich den Kopf am Türrahmen an und wird bewusstlos, aber im Augenwinkel sehe ich, dass die Kugel wegrollt. Ich rufe „Bringt mir die Kugel!“ und drei der Anwesenden stürzen sich sofort darauf. Neben der Kugel liegt auch ein Ticket für das Wachsfigurenkabinett.

Flo erklärt, dass Avalas Atem flach ist, ihr Herz aber rast. Außerdem bewegen sich ihre Augen sehr schnell, vermutlich sieht sie etwas im Traum. Linai erzählt von einer Legende. Ein Seelennetz kann den Geist einer Person fangen und in einem Fokus, einem magischen Gegenstand, einsperren. Dazu findet man auch etwas im Wachsfigurenkabinett.

Die Kugel stellt sich übrigens als Wachskugel heraus, Flo meint aber, dass der Kerl eigentlich eine andere Kugel hatte. Er trägt aber keine bei sich. Derweil findet Flo heraus, dass ein anderer Kerl mit der eigentlichen Kristallkugel geflüchtet ist.

Wir beschließen, dass Linai mit einem der Krieger Avala in den Perainetempel bringt, während Flo und ich zum Wachsfigurenkabinett gehen. Außerdem bezahle ich beim Wirten ein Zimmer und frage nach einem Freiwilligen, der dort auf den Verletzten aufpasst, bis ich wiederkomme. Glücklicherweise finden sich gleich mehrere, von denen ich einen bestimme.

Beim Wachsfigurenkabinett fragen wir den Kuratorgehilfen, wie viele Gäste aktuell hier sind und erhalten die Information, dass nur noch einer hier ist. Der Bauer Harme, der wohl etwas seltsam ist. Er entwertet unsere Tickets und wir fragen ihn noch nach den Figuren. Er findet das lächerlich, aber der Bauer behauptet wohl auch ähnliches und er befindet sich im zweiten Stock bei der havenischen Diebeskönigin Mora.

Wir gehen gleich nach oben und suchen die entsprechende Ausstellung, vor der der Bauer mit einem Knüooel in einem Klappstuhl sitzt. Er murmelt was davon, dass er darauf wartet, dass sich etwas regt. Wir befragen ihn und erfahren, dass er noch nie gesehen hat, dass sich eine Figur bewegt. Von Verschwundenen hat er auch nur gehört, aber er weiß, wo sich die Figur mit der Kristallkugel befindet: bei der Ausstellung „Nahema und die Frevel“. Ich begleite den Bauern nach draußen, während Flo die Figur von Mora beobachtet.

Der Kuratorgehilfe möchte mich ebenfalls nach draußen weisen, aber ich konnte ihn davon überzeugen, uns über Nacht hier einzusperren. Hier geht es unter anderem schließlich um Avala! Flo findet derweil etwas eingeklemmt zwischen den Fensterläden hinten im Raum von Mora. Natürlich klettert sie über die Absperrung und untersucht den Gegenstand. Sie findet einen roten Kamm eines Helmes, dessen metallischen Teile aber außerhalb der Gitterstäbe befinden und somit nicht reingezogen werden können. Nachdem sie nicht loslassen will, gehe ich zu ihr und wir schauen uns die Gitterstäbe näher an. Umständlich löst Flo teilweise das Gitter und schafft es somit, den Helm nach innen zu bekommen. Nun sehen wir auch, dass eine Wachsfigur vor dem Fenster sitzt. Toll, jetzt haben wir ihn enthelmt… Flo setzt ihm den Helm wieder auf und schließt das Gitter wieder. Oben ist nur leider etwas vom Verputz ausgebrochen und nun hängt das alles etwas schief.

Flo schlägt vor herauszufinden, ob die Leute echt sind, indem sie ihnen mit einer Nadel in die Augen sticht. Ich konnte sie glücklicherweise davon abhalten… sie möchte nun mit ihrer polierten Glefenklinge arbeiten, indem sie diese vor den Mund der Figuren hält, um zu sehen, ob das Metall beschlägt. Ich aber möchte erst zu der Ausstellung mit der Kugel.

Die ist aber nicht da. Gut, dass ich die Wachskugel mitgenommen habe, die allerdings etwas verformt ist. Ich versuche sie wieder zu richten, während Flo in der Hand von Nahema einen Zettel findet. Darauf steht: „Bringt das Seelennetz zu Nahemas Turm.“

Mist. Wir müssen dorthin, aber ich hab uns einsperren lassen. Also was nun? Flo möchte die Entscheidung mir zu lassen und diese lautet: Wir brechen durchs Fenster aus! Mit Gewalt lösen wir das Gitter und klettern schließlich vom Dach hinunter, um zum Perainetempel aufzubrechen.

Ein Gehilfe bringt uns zu Avala und erklärt uns auch den Weg zu Nahemas Turm. Bei Avala schreckt sie plötzlich hoch, packt mich an den Schultern und ruft: „Das Seelennetz hat Laris!“ – Flo schreit auf „Deshalb hatte ich Kopfschmerzen!“ Avala erklärt weiter: „Turm im Nebel, Schriften vertrauen. Blau und Rot entgeht dem Tod.“

Ich wende mich sofort an Flo, die teilweise zu wissen scheint, was hier los ist. „Wie soll ich dir helfen, wenn ich nicht weiß, worum es geht?!“ Sie ist einen Moment regungslos und fängt plötzlich wie ein Wasserfall zu reden an. Von Tatzelwürmern, Goblins, Schwarzmagiern und noch allerhand. Besagter Schwarzmagier war wohl Paktierer und wollte ihr helfen, von ihrem Tatzelwurmgestank loszukommen. Dafür musste sie etwas trinken, in dem das Blut des Paktierers war. Er ist daraufhin gestorben. Das ist dieser Laris Siral, dessen Seele anschließend in Flo gefahren ist und seitdem dort weiterlebt. Und nun scheint es so, als sei er beim Kopfschmerz von Flo getrennt worden sei.

Linai steht plötzlich in der Tür und ich halte Flo auf, weiter darüber zu reden, da es Dinge gibt, die nicht jeder wissen sollte. Gerade dann, wenn es um gefährliche geht. Sie möchte uns zu Nahemas Turm begleiten, aber ich möchte es nicht, da ich in einer Gefahrensituation nicht auf sie achten möchten muss. Ich gebe ihr stattdessen die Aufgabe, alles mitzuschreiben, was Avala im Schlaf erzählt. Zumindest ist ihre Seele nicht in Gefahr…

Es ist Nacht und der Turm liegt im Nebel auf einer kleinen Insel. Beim Hafen angekommen fragt Flo nach einem Ruderboot, die Wachen sind aber skeptisch. Als ich sage, dass wir in geheimer göttlicher Mission unterwegs sind, werden sie etwas unruhig. Ich versichere ihnen, dass wir uns um den Schutz der Bürger kümmern, aber das waren auch nicht die richtigen Worte. Schließlich verweisen sie uns an den Tsatempel. Die Wachen selbst wollen ihrem Hauptmann über die Geschehnisse Bescheid geben.

Im Tsatempel finden wir nach einiger Zeit einen Mann und eine Frau, die zu Räucherstäbchen rumschwanken und summen. Ich bin unsicher, ob wir sie stören sollen, aber sie werden gleich auf uns aufmerksam und Flo fragt nach einem Boot. Der Mann ist bereit, uns zum Turm zu bringen, wirkt dabei aber so, als wären seine Sinne komplett benebelt. Das Boot stellt sich als wackeliges Floß heraus. Oh nein… aber irgendwie müssen wir da hin. Also Augen zu und durch.

Im Nebel sehen wir so gut wie nichts, aber der Tsaanhänger macht den Eindruck, als würde er wissen, wo er hinmuss. Schließlich sehen wir ihn. Der schwarze Turm ragt aus dem sumpfigen Wasser heraus, der Boden ist nicht zu sehen. Nur etwa 10 Schritt entfernt befindet sich ein Stückchen Land. Der Mann erzählt uns schließlich, dass man unter Nahemas Turm auch die Sternwerte nennt. Na toll.

Am Rückweg hören wir Schreie, als würden Leute ertrinken. Meine Bitte, uns hinzufahren, wird vom dem Fahrer des Floßes aber abgelehnt, da es sich hierbei nur um die Schreie der Toten handelt.

Bei der Sternenwarte, die tatsächlich wie ein Turm aussieht, sehen wir Nebelschwaden. Davor stehen ein Stadtgardist und ein Mann in einer Robe, vermutlich ein Gelehrter, und diese diskutieren. Das Problem liegt wohl daran, dass die Wachen denken, dass es sich beim Nebel um etwas Magisches handelt, in Havena aber ein Magieverbot herrscht. Wir schalten uns ein und erkunden uns um das Problem. Der Gelehrte behauptet, es handelt sich dabei um nichtmagische Alchemika. Ah, also ein Alchemist - mit einem Salamander als Brosche.

Nachdem ich die Wachen beruhigt und weggeschickt habe, erfahren wir von dem Alchemisten, dass vor etwa 2 oder 3 Stunden ein Mann mit Kristallkugel ins Observatorium gegangen ist. Er möchte nun auch gehen, da seine Arbeit getan ist und er schon von dem Besitzer Branwen Gilea bezahlt wurde.

Wir betreten die Sternenwarte und sehen direkt gegenüber einen aus Zauberzeichen bestehenden Torbogen an der Wand. Davor liegt ein Zettel, den Flo aufhebt. Dann drückt sie ihn mir in die Hand und sie rennt mitten auf das Tor zu. Ich schreie noch und im nächsten Blinzeln ist sie bei der Wand verschwunden. Dann sehe ich irritiert auf den Zettel, auf dem steht: „Nur im Lauf und voller Vertrauen.“ Alles klar – ich laufe ebenfalls los.

Es blitzt kurz auf und plötzlich finde ich mich wo anders auf dem Boden liegend wieder. In meiner Hand befindet sich ein Trank mit roter Flüssigkeit. Ich stehe auf und hinter mir sehe ich den Torbogen mit den Zeichen wieder und vor uns, Flo ist auch hier und hat einen blauen Trank. Sie erinnert sich: „Blau und Rot entgeht dem Tod.“ Wir gehen weiter.

Dieser Ort wirkt wie ein alter Tempel von den Zyklopeninseln. Nach dem Tor geht es wieder bergab und wir sehen einen großen Raum, vom den zwei Wege wegführen. In der Mitte eines Kreises am Boden steht auf Bosparano geschrieben: „Hier seid ihr dem Tod entgangen.“ In einem Gang finden wir noch einen Kreis, also entscheiden wir uns für diesen Weg. Flo bemerkt, als wir zu Röhren gehen, aus denen Feuer kommt, dass sie ein ungutes Gefühl hat. Wir gehen deshalb hinter und nicht vor den Röhren vorbei. Im nächsten kleinen Raum steht nur ein kleiner Brunnen, aus dem blaue Flüssigkeit sprudelt. Dort liegt auch ein weiteres blaues Fläschchen, das ich auf Flos Vorschlag hin an mich nehme, um beide Farben bei mir zu tragen.

Wir sind wieder zurück bei den Flammensäulen, die ein Quadrat bilden und durch das wir gehen müssten, um nach unten zu gelangen. Ich kann aber am Boden wieder etwas auf Bosparano lesen: „Mut und Ehre“, „Loyalität zum Reich“, „Loyalität zum Volk“ Die vierte Seite kann ich von meiner Position aus nicht lesen. Ich denke nach – damals im bosparanischen Reich gab es für jede Aussage eine eigene Stellung der Armee. Flo fügt meinem Wissen noch hinzu, dass das auf den Zyklopeninseln immer noch gemacht wird. Bei „Loyalität zum Volk“ ist ein Himmelfahrtskommando gemeint, um das Volk zu schützen. Dies ist der einzige Befehl, bei dem die Armee sich bewegt, die restlichen sind Standpositionen. Flo schlägt daher auch vor, dort hindurchzugehen. Ich möchte einwenden, dass das nach Tod klingt, sie aber wiederholt: „Vertraut den Schriften!“, und betritt das Quadrat an dieser Stelle. Ich warte erst ab und folge ihr schließlich durch das Quadrat und danach die Treppe hinunter. An der 4. Seite, die wir dabei passieren, steht nichts geschrieben.

Unten an der Treppe stehen geflügelte Statuen und Flo erklärt, dass es sich hierbei um Gargoyle, also Chimären, handeln könnte. Da diese sich aktuell nicht bewegen, lassen wir sie in Ruhe und gehen an einem flachen, großen umzäunten Wasserbecken vorbei. Der nächste Raum ist noch riesiger und auch hier steht eine geflügelte Statue. Diesmal ist sie allerdings riesig. Wir legen eine kurze Pause ein, da wir nicht ganz wissen, wo wir eigentlich hinmüssen und finden Spuren im Staub. Dabei glauben wir, im Augenwinkel gesehen zu haben, wie sich der Kopf der Statue bewegt.

Die Spuren führen leider an der Statue vorbei, weshalb ich vorschlage, dass Flo einfach mal mit ihr reden soll. Sie beginnt mit einem „Oh du schöne große Statue, dürften wir bitte an Euch vorbeigehen?“ Sichtbarer Atem strömt aus dem Maul, die Flügel breiten sich aus und der Blick der Kreatur richtet sich auf Flo. Sie spricht auf Bosparano: „Gebt mir einen Teil Eurer Lebenskraft und ihr dürft vorbei.“ Ich frage ihn in Flos Namen, wie das genau aussehen soll. Die Antwort lautet, dass wir mit einem Schnitt Blut in den eingelassenen Kreis opfern sollen. Dieses würde dann hier verweilen, bis wir sterben, oder zurückkommen. Sollten wir sterben, würden wir hier wiedergeboren werden. Er möchte es uns auch demonstrieren, wie Flo ihr Blut opfert, er sie umbringt und dann wiedergeboren wird. Nun sollen wir anscheinend auch noch die rote und blaue Flüssigkeit brauchen, um wiedergeboren zu werden. Ich erkläre Flo, dass man ihm nicht trauen kann, weil er Informationen zurückhält. Wir erfahren auch, dass wir fremdes Blut verwenden können.

Wir gehen erst Mal einen anderen Weg, über dem ein Löwenkopf zu sehen ist, und finden dort ein weiteres rotes Fläschchen, das Flo mitnimmt. Der Brunnen, der dort steht, führt keine Flüssigkeit, aber eine Opferschale mit Rohr. Aus dem Brunnen schaut eine Klinge. Vermutlich werden die Fläschchen hier durch das Opfer von Blut gefüllt.

Wir diskutieren angeregt über die Opferung von Seelen, weil ich der Meinung bin, dass sie zur Untoten wird, wenn sie das hier macht. Ich kann es nicht fassen, dass Flo ihre Seele für die Seele eines Paktierers opfern würde! Sie argumentiert, dass wir nicht sicher sein können, dass sie tatsächlich zur Untoten wird oder gar ihre Seele verliert. Sie meint auch, dass Kylaria das ebenfalls tun würde, um eine andere Seele zu retten. Dabei verweist sie auf die Sache mit Tiro. Ich widerspreche, dass das etwas anderes ist, da dort nicht bewusst mit den Seelen der Helfenden gespielt wurde. Sie schlägt schließlich vor, das Blut aus dem Fläschchen zu Opfern, wohingegen ich bedenke, dass wir einen Unschuldigen verdammen könnten und das nicht zu verantworten sei. Meine letzten Worte sind, dass ich nicht zulassen werde, dass sie ihr Blut opfert.

Da wir in einer ziemlich verbissenen Situation sind, fragen wir den Gargoyle, ob Flos Seele oder Körper wiedergeboren wird. Er antwortet, dass der Körper wiedergeboren wird und die Seele zum Körper zurückfindet. Er behauptet auch, von der Jüngsten wiedergeboren zu sein. Klingt meiner Meinung nach handelt es sich dabei um Tsa, aber diese Kreatur spricht doch eindeutig dagegen!

Ich habe nur noch eine Chance… Ich richte ein Gebet an Rondra, in dem ich ihr die Situation hier erkläre und auch meinen Entschluss. Schließlich bitte ich sie darum, mir ein Zeichen zu schicken, das mir weist, ob mein Weg tatsächlich der Richtige ist.

Beim Löwenkopf donnert es kurz, ein Blitz schießt aus seinem Maul und trifft den Gargoyle. Dieser wirkt plötzlich quicklebendig und jung, auch die Stacheln sind abgefallen. Nun wirkt es wie ein Wesen, das nicht mehr so dunkel ist, es wirkt lebendiger, wie eine Schöpfung Tsas.

Ich richte eine kurze Danksagung an meine Herrin und drehe mich mit einem hochgezogenen Mundwinkel zu Flo: „Rondra ist auf deiner Seite, also los geht’s.“ Natürlich lässt sich meine kleine Freundin nicht bitten, geht schnurstracks auf die Schale zu, schneidet sich mit einem Dolch und lässt ihr Blut hineintropfen. Die letzten Tropfen sehen schwarz aus… Schon bevor wir an die Schale getreten sind, begann das Wesen sich wieder zu wandeln, bis es so aussieht, wie es anfangs war. Die rote Flasche, die Flo bei sich hatte, verschwindet aus ihrer Tasche und taucht langsam in der Schale auf. Interessant!

Wir gehen weiter in den nächsten Raum und sehen in der Mitte eine Person mit dem Rücken zu uns knien. Die Person hat weißes, schütteres Haar. Auf seinem Schoß liegt ein Schwert mit Rose am Knauf. Sicherheitshalber ziehe ich mein Schwert und frage, wer die Person ist. Eine weibliche Stimme antwortet mir: „Yashima sunya Nesliha. Und wer seid Ihr?“ Ich stelle mich und Flo vor und die Person steht auf und dreht sich zu uns. Dabei erkenne ich, dass sie ziemlich tot aussieht, aber sie selbst erkennt es nicht und zeigt uns auch in ihrem Handspiegel, dass sie normal aussieht. Recht hübsch sogar. Wir erklären ihr, dass wir auf der Suche nach einer bestimmten Seele sind und sie erwidert, dass sie aus dem gleichen Grund hier ist. Sie sucht wohl ihren Gefährten Itobaal ibn Tulachim. Ich sehe sie mir genauer an und erkenne an ihrer Rüstung auch einige Rosenabbildungen. Daher schlussfolgere ich, dass sie zu den Rosenrittern, die Rahja sehr nahe stehen, gehört. Von diesen Rosenrittern gibt es nur noch sehr wenig, denn bei der oronischen Bedrohung sind fast alle gefallen. Der Anführer der Rosenritter trug damals die Amethystlöwin, also eins der Löwinnenschwertern. Yashima erklärt, dass sie direkt nach dem Oronkrieg 1028 auf die Suche nach der Seele ihres Gefährten gegangen ist. Das heißt, sie ist schon ziemlich lange hier… Auf Nachfrage erklärt sie, dass sie einen Magier in der Gruppe hatten, der eine Kristallkugel besaß und die Seelen der Gefallenen wegbringen wollte, bevor Dämonen sie mitnehmen konnten. Der Magier ist anschließend wohl verschwunden und sie hat eine Person bis hierherverfolgt. Sie erzählt weiter, dass wir wohl einen Makel haben, da wir die Welt hier nicht so sehen, wie sie sein sollte. Wir glauben ihr wegen der Sache mit dem Gargoyle. Die Makel können wir wohl nur durch Meditation entfernen.

Dann fordert sie mich zu einem Duell heraus, um herauszufinden, ob ich tatsächlich ein Diener Rondras bin. Ich hinterfrage, ob es notwendig ist, das zu tun und sie meint, dass sie uns sonst nicht zu den Seelen durchlässt. Ich stimme zu und stelle mich ihr mit Al’Damwathi. Vorher richte ich noch ein Stoßgebet an Rondra und sehe einen kurzen Moment das wahre Antlitz der Herausforderin.

Ich attackiere erst ihr Schild und der zweite Treffer landet dann an ihrem linken Bein. Nach einem Treffer ihrerseits auf meinen Schildarm ruft sie „Halt!“ und ich halte selbstverständlich ein. Anschließend tritt sie an Flo heran und sagt, dass sie überprüfen möchte, ob sie bluten kann. Sie lässt sich schneiden und natürlich blutet sie! Yashima nickt zufrieden und sagt: „Wenn ihr Itobaal seht, sagt ihm, ich warte hier auf ihn. Ich kann aus irgend einem Grund nicht durch die Pforte treten.“

Ich gebe ihr mein Wort und anschließend gehen wir durch die nächste Tür. Dabei zerspringt mein rotes Fläschchen. Eine ziemlich große Wendeltreppe, die nach unten führt, erwartet uns. Nach einer ziemlich langen Zeit haben wir das Gefühl, dass wir wieder nach oben gehen. Eine optische Täuschung? Ich versuche mich zu konzentrieren und tatsächlich, wir gehen weiter nach unten. Auch Flo schafft es, die Täuschung zu durchschauen und plötzlich stehen wir in einem neuen Gang. An dessen Ende steht ein Tisch und unter einer Flagge, die Flo an einen Kriegerorden erinnert, kommt jemand hervor, der sich uns in den Weg stellt: „Halt! Ihr, die ihr vom Makel übersäht seid, ich werde Euch richten!“ Ich frage Flo, ob sie möchte oder ob ich soll und sie meint, dass ich erst gekämpft habe und sie daher übernimmt. Sie wirft dem Fremden noch ein „Er ist Rondrageweihter, er hat keine Makel!“ entgegen, der daraufhin ernst erwidert: „Ich habe auch von dir geredet.“

Der Kampf beginnt und Flos Gegner stellt sich als nicht besonders ehrenhaft heraus, da er auch schon mal zutritt, während er mit seinem Schwert gegen die Glefe meiner Freundin hält. Ich lasse ihn gewähren, da Flo damit kein Problem zu haben scheint und es hier offensichtlich nicht um einen ehrenhaften Zweikampf geht, sondern um Leben und Tod…

Flo landet den ersten Treffer, der ziemlich heftig ausfällt und er geht ins Knie. Dennoch hält er ihr noch die Klinge entgegen, woraufhin Flo ihm diese aus der Hand schlägt. Nun zieht er einen Dolch und Flo steckt ihre Glefe mit einem „Ach, lass den Schmarrn.“ weg, um den Verletzten zu verbinden. Bei der Behandlung wird er schließlich ohnmächtig. Auffällig ist das Symbol, das er auf seinem Wappenrock und auch an einer Kette um sein Handgelenk trägt. Es erinnert mich ein wenig an das Symbol des Namenlosen. Aber auch nur mit viel Fantasie.

Den Verletzten lehnen wir an den Tisch und sehen uns dann näher an, was sich darauf befindet: Ein rotes und ein blaues Fläschchen, ein verschlossenes Buch. Ich sage Flo, dass wir ja nichts anfassen und sie stimmt widerwillig zu.


Mit etwas Riechsalz holt sie den Verwundeten zurück zu uns. Ich frage ihn gleich, wer er ist und warum er uns, nein Flo, aufhalten wollte. Er antwortet: „Ich bin Treuwerth Viridius zu Gnadendorp und weil sie vom Makel übersäht ist.“ Flo beschwert sich und der Mann behauptet, dass sie ein untotes Wesen sei. Natürlich streitet sie es ab und ich stimme ihr zu. Treuwerth behauptet weiter, dass er drei mal wiedergeboren wurde und sie sich wiedergeboren werden muss, um ihren Makel zu entfernen. Panisch sucht er schließlich nach seinen Fläschchen und schnappt sie sich. Außerdem erfahren wir weiter, dass das blaue Fläschchen zerstört werden muss, um wiedergeboren zu werden. Flo und Treuwerth reden weiter über die Fläschchen und ich komme irgendwie nicht mehr ganz mit, aber Hauptsache Flo kennt sich aus.

Er kann sich nicht daran erinnern, weshalb er eigentlich hier ist und daher beschließt er zu gehen. Wir zeigen ihm, wo wir hergekommen sind und Flo fragt ihn noch nach dem Symbol, als er davonhinkt. Er nennt uns den Namen seines Gottes, den wir auch hören, aber irgendwie nicht widergeben können, egal wie oft wir ihn gesagt bekommen. Wenigstens verstehen wir seinen Beinamen: Der Verheißene. Das letzte Datum, an das Treuwerth sich erinnern kann, ist der 2797 IZ. Über das Buch auf dem Schreibtisch weiß er nichts, er hat es auch nicht angefasst.

Nachdem er verschwunden ist, fällt mir auf, dass ich den Drang verspüre, das Buch zu nehmen. Flo möchte sich fast schon drauf stürzen, doch ich halte sie zurück mit den Worten, dass ich erst etwas ausprobieren möchte. Ich lege daher Patronis flache Klinge auf das Buch und Bitte Rondra um ihren Beistand. Das Buch hört sich so daraufhin an, als würde es knacken und brechen und färbt sich schließlich schwarz. Es sieht nun aus wie aus Obsidian. Es wirkt wie versteinert und Flo hat auch Mühe, es hochzuheben. Damit scheint es vorerst niemandem etwas anhaben zu können und wir gehen weiter durch einen Türbogen.

Nach einem weiteren Gang kommen wir zu einer Tür mit einem kleinen vergitterten Fenster. Flo blickt hindurch und meinte, da sei ein Kerl gewesen, der ähnliches anhatte wie Treuwerth. Sie klopft daraufhin an der Tür und direkt auf der anderen Seite der Tür scheint jemand mit Armbrust aufzustehen. Wir grüßen uns alle freundlich und Flo fragt, ob wir reindürfen, woraufhin er meint, dass sie wohl raus meint und sagt weiter, dass wir dann halt durchgehen sollen. Aber die Tür ist doch verschlossen?... Als ich es versuche, ist sie plötzlich offen.

Auf die Frage hin, wo wir sind, antwortet er mit: „Im Heiligtum der Jüngsten.“ Er ist nicht Itobaal, hat ihn aber vorhin gesehen und vermutlich handelt es sich dabei wohl um den Kerl, den Flo zuvor gesehen hat. Er selbst heißt Malzan und nachdem wir ihm gesagt haben, was wir hier suchen, erzählt er uns, dass hier jemand mit einer Kugel rumläuft und wirres Zeug redet. Das letzte Mal hat er ihn aber vor einigen Tagen gesehen. Es wartet hier seit 2 oder 3 Tagen auf seine Leute, die an der Grenze zu den Schwarzen Landen sind. Laut ihm ziehen sie gegen Oron und es ist gerade 1028 BF. Plötzlich sagt Flo: „Wir kommen aus der Zukunft.“ und er beginnt zu lachen.

Ich frage nach, ob er Laris Siral kennt und tatsächlich, vor 2 oder 3 Tagen war er hier. Er warnt uns noch vor den Leuten aus Oron und wir gehen weiter, wo Laris und Itobaal hingegangen sind. Nachdem wir rechts abbiegen, stehen wir plötzlich in einer Eishöhle und ich spüre, wie die Kälte durch meine Glieder kriecht. Vor uns führt eine Eisbrücke auf die andere Seite, die stellenweise ziemlich rutschig und schmal ist.

Der nächste Durchgang wirkt, als wäre es aus Eis geschlagen geworden und die blauen Flammen, die uns Licht spenden, wirken nicht warm. Flo kann sogar ihre Hand hineinhalten und spürt dabei gar nichts. Fast so, als wäre es eine Illusion. Das nächste Tor bring uns auf einen riesigen Boronanger… So weit das Auge reicht, erkennen wir nur Gräber. Das Ende des Boronangers können wir daher auch nicht sehen und die Namen auf den Grabsteinen, die ich lese, kenne ich nicht. Weiter hinter aus einem der Mausoleen flackert Licht, Rauch steigt auf und Flo kann noch dazu ein leises Stöhnen hören.

Als wir uns dem Gebäude nähern, sieht es eher wie eine kleine Kirche aus, allerdings finden wir kein Boronrad. Nachdem wir eingetreten sind, sehen wir eine alte Frau, die sich um einen Verletzten kümmert. Daher das Stöhnen. Mit Flos „Boron zum Gruße.“ kann sie nichts anfangen, allerdings erwidert sie mein „den Göttern zum Gruße.“ Wir verneinen ihre Frage, ob wir medizinische Unterstützung benötigen und ich frage sie nach Laris. Er dürfte er vor wenigen Augenblicken durch die hintere Tür gegangen sein, aber da kommt man nur verletzt wieder raus, weshalb sie uns davon abrät, dorthin zu gehen. Der Verletzte ist ebenfalls von dort gekommen.

Wir treten durch die besagte unheilvolle Tür und finden uns in einem Gang wieder. Ein Blick an die Decke verrät, dass diese aus lauter Knochen besteht und frisches Blut am Boden lässt vermuten, dass dieses von dem Verletzten ist. Wir vernehmen auch noch das Geklirr von Waffen wahr und beeilen uns deshalb, weiterzukommen.

Im nächsten Raum findet tatsächlich ein Kampf statt. Auf unserer Seite befindet sich eine provisorische Barriere, 4 Leute, die das gleiche anhaben wie Treuwerth, kämpfen gegen 7 oder 8 schwarz gerüstete, die eine schwarze Rose mit Blutstropfen an den Dornen als Wappen haben. Dabei handelt es sich dann wohl um die zerschlagenen Truppen von Oron! Plötzlich ertönt ein Horn und die schwarzen Angreifer treten den geordneten Rückzug an.

Der Kommandant wirkt misstrauisch, er meint sogar, dass wir Spione sein könnten. Itobaal sei seiner Meinung nach aber vermutlich durch die feindlichen Linien gekommen, zumindest hofft er das. Erst als er mich als Rondrageweihten erkennt, glaubt er, dass Verstärkung geschickt wurde, doch ich verneine. Er hofft dennoch, dass wir helfen, woraufhin ich Flo auf ein Gespräch zur Seite nehme.

Ich halte fest, dass wir nicht wissen, was das mit Laris zu tun hat, wir auch noch Itobaal finden müssen und wir uns damit an einem Krieg beteiligen. Wir fragen den Kommandanten, wo er uns braucht und bekommen die Möglichkeit, entweder sie hier beim Halten des Postens zu unterstützen, bis Yashima zurückkommt, oder eben jene zu suchen. Wir entscheiden uns für letzteres, da ich nicht glaube, dass Yashima zurückkommt. Immerhin kann sie ja nicht durch die Tür treten, durch die wir gegangen sind.

Ich spreche den Zurückgeblieben noch ein paar ermutigende Worte zu und betrete mit Flo dann den nächsten Gang. Uns tritt ein schwarzer Oronkrieger entgegen. Er warnt uns, dass wir hier falsch sind, da unsere Sinne vernebelt werden. Nur tote Seelen gehen den Weg. Flo mutmaßt, dass die ganzen Leute hier uns extra hierhergeführt haben, damit wir sterben. Ich werfe ein, dass wir ihm aber auch nicht trauen können. Er erzählt uns weiter, dass er eine der ältesten Seele ist, dass wir uns zur Grenze der dritten Ebene befinden und neue Seelen, die vom Seelennetz gefangen werden, sich in der ersten befinden.

Ich bitte Rondra um ein Zeichen, mir den richtigen Weg zu weisen. Allerdings bekomme ich nichts und ich spüre ihre Gegenwart auch nicht besonders gut. Im Gespräch erfahren wir weiter, dass die Seelen hier alle gefangen sind, was wir ja schon wussten, es aber auch Seelen gibt, die nicht gerettet werden sollten. Allerdings meint er auch, dass wir, wenn wir eine Seele befreien, auch alle anderen befreien. Ich bin davon überzeugt, dass wir herausfinden werden, welche Seelen gerettet werden können und wie wir diese getrennt retten. Kornelio Sturmfels, wie er heißt, sagt auch, dass wir besser sehen können, wenn wir das blaue Fläschchen trinken. Flo versucht das natürlich und ich halte sie nicht auf. Für sie hat der Krieger nun was Helles an und ein Schwert statt einem Morgenstern.

Wir beschließen den Weg zur ersten Ebene zu suchen. Auf dem Rückweg kommen wir wieder an den Kämpfern vorbei und wir erinnern uns daran, dass das Seelennetz dazu verwendet wurde, die gefallenen Seelen auf dem Schlachtfeld einzufangen, bevor die Dämonen sie kriegen konnten.

Nachdem Flo die alte Frau in der Kirche nochmal fragt, wo Laris ist, zeigt sie auf eine andere Tür, für mich jedoch auf die, durch die wir beim ersten Mal gegangen sind. Wir bekommen auch noch drei weitere rote Fläschchen, Flo erklärt mir allerdings erst danach, dass sie dort Tote hängen gesehen hat, deren Blut runtergetropft ist. Super.

Wir betreten natürlich nun die hoffentlich richtige Tür. Nach einem Gang kommen wir zu einem riesigen Tor, das mit Ketten verriegelt ist. Ein kleiner Schlitz offenbart uns dahinter einen Wald. Wir sind uns nicht sicher, ob die Ketten (oder hölzernen Hände, wie Flo sie sieht), verhindern soll, dass jemand rein oder jemand raus soll. Da unsere roten Tränke zu leuchten beginnen, wirft Flo einen ihrer beiden Tränke dagegen und die Ketten fallen ab. Draußen sehen wir weiter hinten den Wald.

Es ist Nacht und es sieht alles irgendwie düster aus, trotzdem gehen einige Leute herum und sehen sich um. Sie wirken ein wenig orientierungslos. Auf Nachfrage von Flo erfahren wir von einem der Gerüsteten, dass er auf seine Kammeraden wartet. Die alte Frau, die sie anschließend befragt, berichtet davon, dass sie hier kocht und die Leute versorgt. Sie hat auch Laris vor etwa 1 oder 2 Stunden gesehen und dieser war gemeinsam mit Itobaal unterwegs. Sie möchte von uns, dass wir mit ihr essen, bevor sie uns verrät, wo die beiden hingegangen sind. Irgendwie kommen auch Masken zur Sprache, von denen sie drei besitzt und die Flo natürlich sehen möchte. Ich erinnere mich aber daran, was passiert ist, als sie das letzte Mal eine Maske aufgesetzt hat… Trotzdem begutachten wir die seltsam aussehenden Dinge.

Flo nimmt schließlich auch einen Eintopf an und ich beobachte erst ihre Reaktion. Sie sagt, mit jedem Löffel schmeckt der Eintopf fader und deshalb lässt sie die Schüssel irgendwann stehen. Ich probiere daher nicht. Aber die Frau verrät uns trotzdem, wo die zwei hingegangen sind: den Trampelpfad folgen und dann nach etwa 100 Schritt rechts abbiegen.

Wir folgen der Beschreibung und gehen rechts rum ziemlich viele Stufen hinauf. Dabei passieren wir mehrere verschiedenartige Torbögen. Bis wir auf einen Zwerg treffen, der mit einem Hammer einen der Torbögen umschlägt. Das kommt unerwartet… Wegen Laris und Itobaal kann er uns nicht wirklich weiterhelfen, da hier viele Leute vorbeikommen und er erzählt auch, dass er die Torbögen hier erneuern. Wir verabschieden uns wieder.

Oben angekommen verlassen wir den Wald und sehen einen Mann vor einer Statue stehen. Für Flo sieht er wie ein Praiot aus, für mich eher nicht. Aber ja. Er fragt uns, was wir hier wollen und erklärt uns, dass er die Seelen hier hütet. Er sucht auch nach einer Möglichkeit, die dunklen Seelen zu vernichten, bevor alle Seelen befreit werden. Hierzu benötigt er Leute, die nicht von hier sind. Dazu erwähnt er auch, dass ich die falsche Sicht habe und er ein Akoluth ist. Da ich seinen Worten glaube, trinke ich den blauen Trank und sehe nun tatsächlich alles ganz anders.

Nun sollen wir so viele Leute wie möglich sammeln, um uns für die Schlacht vorzubereiten. Dazu sollen wir hinter der Statue die Treppe runtergehen, um dort auf die erste Ebene zu kommen. Wenn wir denken, dass wir genug Mitstreiter haben, sollen wir in ein Horn blasen, das er uns mitgibt. Dabei handelt es sich um das letzte Relikt eines Swafnirgeweihten Thorwalers, das Swafnirs Ruf ertönen lässt und alle versammelt, die nicht verwirrt sind. Sobald dieses ertönt, bricht das Netz auf, die Bindungen brechen, und alle Ebenen kommen zusammen. Wir können dabei alle Bösen vernichten oder aber auch alle Ebenen einzeln ablaufen. Sobald das Horn benutzt wird, wird auch er, Tannfried Auenborn, dazustoßen.

Flo findet bei der Statue einen Flachmann mit Alkohol und ein Amulett aus Perlmut und einen Lapislazuli. Wir gehen die Stufen wieder hinunter und sehen einige Häuser und Leute geschäftig ihrem Tagwerk nachgehen. Auch eine größere Menschenansammlung finden wir, darunter auch einige Ritter von Oron, die auch mit Blut gesudelt sind. Wir sehen gerade noch, dass einige blau angezogene Kämpfer weiter hinten um die Ecke biegen und eine Person dieser Gruppe folgt. Ich dränge mich durch die Masse durch und sehe in der Gasse, wie schon zwei der blauen Leute auf dem Boden liegen. Erschreckend sehe ich, dass diese Leute irgendwie falsch sind – sie zucken, die Glieder sind teilweise falsch, ich kann es nicht genau ausmachen. Sie wirken auf jeden Fall unmenschlich! Interessanterweise wird der Angreifer immer nur von einem der blauen bekämpft. Flo fragt, ob sie helfen kann und er meint, wenn wir nicht hier von hier sind und diese Leute sehen, sollen wir sie niedermachen. Flo greif daraufhin einen der Ungelenken an und ich sehe mir den Mann genauer an, der zuerst angegriffen hat. Er wirkt wütend, aber nicht wie ein schlechter Mensch. Da die anderen aber definitiv unmenschlich wirken, greife auch ich an und so können wir alle besiegen.

Flo spricht gleich aus, dass wir gute Seelen sammeln, um die bösen zu vernichten und er erklärt uns, dass er das hier schon seit einer Woche mach. Da wir für die selbe Sache kämpfen, klären wir ihn über unseren Plan auf und wir schließen uns zusammen. Er meint, wir sollten das Orakel aufsuchen, eine Hexe, die sich hier auskennt. Also folgen wir ihm zu ihr. Da wir vor Anbruch der Dunkelheit dort sein müssen, rennen wir… Auf dem Weg schreit er, dass wir über die Klippe springen müssen – auf der anderen Seite sehen wir nur Nebel! Aber ich vertraue auf Rondra, also springe ich. Auf der anderen Seite komme ich hart auf und der Mann, dessen Name ich noch nicht kenne, sagt: „Willkommen in Bal’mo’bul.“ Er warnt uns, dass die Hexe etwas anders aussieht als wir, wir sie aber mit Respekt behandeln sollen. In einer Holzhütte treffen wir schließlich auf sie – ihre Hautfarbe ist schwarz und eine Schlange kriecht auf ihr herum. Sie meint, dass Flo den Perlmutanhänger gefunden hat und dieser sie ein einziges Mal schützen wird. Dann sagt sie, dass der Zwillingsstein aber besser an ihren Gefährten gehen soll, nämlich an mich. Ich zögere erst, höre aber von der Hexe, dass er mir den Weg weisen wird, also nehme ich ihn an mich. Er leuchtet und mir schießt das Bild einer jungen, blonden Frau entgegen, die Patroni in den Händen hält. Sie sieht Avala furchtbar ähnlich, die Erscheinung ist aber gleich wieder verschwunden. Die Hexe erklärt auch, dass unser Freund, also vermutlich Laris, auf einem anderen Weg versucht, herauszukommen. Einen Weg, der Seelen kostet. Wir sollen auch aufpassen, dass wir keine anderen Hexen aufwecken, weil wir sonst möglicherweise Probleme bekommen. Um Laris zu finden, sollen wir nach Mor’mo’schaar gehen und dort anschließend die letzte Schlacht einläuten.

Das Leuchten meines Steins ist je nach Richtung stärker oder schwächer und wir gehen da lang, wo die Intensität am höchsten ist. Links und rechts vom Weg stehen Särge und das darin scheint sich zu bewegen. Als unser Begleiter angegriffen aus dem Boden heraus von einer Hand angegriffen wird, beginnen wir zu laufen, um uns nicht mit einem Kampf aufhalten zu müssen.

Schließlich kommen wir wieder in einem Schneegebiet an und kommen direkt zu einer Höhle, die wir betreten. Irgendwann wird es wieder wärmer und wir stehen genau vor dem Tor, das wir nach Nahemas Turm durchtreten haben. Unser Begleiter, Gisbert Hinterwall, flüstert: „Mor’mo’schaar“.

Wir waren also ganz am Anfang schon am Ende… nur dass wir damals einen Gang gar nicht betreten haben. Aus diesem dringen auch Kampfgeräusche an mein Ohr und wir laufen den Weg entlang – dort sehen wir Laris und Itobaal vor einem Altar stehen. Ein Südländischer diskutiert mit Laris in einem tulamidischen Akzent, dass er den Ischkariot hier erschlagen wird und auch eine Frau in Rüstung steht dabei. Außerdem sitzt links von uns an der Säule ein verwundeter Gerüsteter zwischen Toten und ein Halbelf in Rüstung steht an der rechten Säule.


Flo springt sofort zu Laris und umarmt ihn, der die Umarmung erwidert. Er erklärt, dass er schon Leute versammelt hat, die helfen werden. Derweil diskutiere ich mit dem Tulamiden über den Ischkariot, den ich für einen Mythos halte, er aber zweifelt deswegen daran, dass ich ihnen im Kampf den Rücken decken kann, da ich zu wenig Glauben habe. Laris erklärt uns, dass er weiß, wo die Wurzeln des Bösen sind. Es soll vier Orte dazu geben, die wir parallel angreifen sollten. Werden diese angegriffen, wird das Böse eine Form bekommen, das man vernichten kann. Laris würde hier beim Altar bleiben und alles zusammenhalten. Ich zweifle an dem Plan, ich erkläre, dass ich ihm nicht traue. Er erklärt sich von sich aus bereit, einen Eid auf Rondra zu schwören – und so soll es auch geschehen. Er schwört, keine guten Seelen mutwillig in Gefahr zu bringen, im Wohle aller guten Seelen hier zu handeln und Flos Körper und Geist niemals in Gefahr zu bringen.

Der Plan ist nun den Herd des Bösen anzugreifen, die Manifestation zu besiegen und etwas, das zurückbleibt, zu Laris zu bringen.

Ishkariothjäger: Sumuadum sâl Kurush Sitzender Krieger: Salman Marillio Soldatin: Andela Gerber Halbelf: Eariel

Nach dem Gang, den wir gewählt haben, treffen wir im Freien auf eine dunkel gekleidete Frau, die uns entgegentritt und sagt, dass sie verhindern wird, dass wir das Seelennetz sprengen. Dann hebt sie die Hand und wirft zwei Dolche in den Boden, woraufhin sich zwei große, etwa 4 Schritt hoher Affen mit 4 Armen, manifestieren. Sofort ziehe ich Patroni, das sofort anfängt zu leuchten. Ein gutes Zeichen!

Flo ist die erste, die auf das eine Viech zustürmt und es angreift. Natürlich folge ich und kämpfe Seite an Seite mit ihr gegen die Dämonen. Schließlich werde ich in den Schwertarm gebissen, der aufgerissen wird, aber davon lasse ich mich nicht beirren. Schließlich ruft mir Flo zu, dass ich mich um die Frau kümmern soll, was ich auch mache. Diese dreckige Magierin schießt allerdings Blitze auf mich und trifft meinen schon verletzten Arm! Verdammt! Wieder scheint sie einen Zauber vorzubereiten. Ich lege meine gesamte Kraft in einen alles entscheidenden Schlag, indem ich meine Verteidigung aufgebe und ein Stoßgebet an Rondra schicke und hacke ihr das rechte Bein ab. Wie der erste Dämon, den Flo in der Zwischenzeit besiegt hat, zerfällt auch sie zu hölzeren Staub. Nun fällt auch der zweite Dämon in sich zusammen. Das einzige, das übrig bleibt, ist ein länglicher, dunkel pulsierender Kristall, den ich an mich nehme. Er fühlt sich unheimlich kalt an, sogar durch den Handschuh hindurch.

Als wir zurück in den Altarraum kommen, sehen wir aus dem gegenüberliegenden Gang Tentakel rauskommen, gegen die alle übriggebliebenen kämpfen. Laris hingegen steht am Altar, zwei Kristalle liegen vor ihm und ich lege den dritten dazu. Als ich mich umdrehe, sehe ich gerade noch, wie einer der Tentakelarme die Kriegerin Andela Gerber durchbohrt. Ich werfe mich neben ihr auf die Knie, presse meine Hände auf ihre Wunde und rufe verzweifelt nach Flo. Das sieht gar nicht gut aus… Flo ist aber rasch an meiner Seite und flößt ihr einen Heiltrank ein. Da sie meine Hilfe nicht mehr benötigt, springe ich wieder auf und werfe mich den Tentakeln entgegen. Mit einem Streich, dessen Weg durch Patroni nachleuchtet, vernichte ich den Dämon.

Nachdem alle vier Steine auf dem Altar liegen, fügen sich diese zu etwas größerem, unheilvollerem zusammen. Währenddessen sieht sich Flo meine Wunden an und gibt auch mir einen Heiltrank, woraufhin sich meine Verletzung schließt und ich mich ausgeruhter fühle.

Bald schon erscheint ein Dämon mit 8 Hörnern und mehreren Gliedmaßen. Die Kristalle hingegen befindet sich nun auf den vier Säulen rundherum und Laris ruft uns zu, dass wir diese zerstören sollen. Aus den Krallen des Dämons schießen Fäden, denen ich ausweiche, während ich auf einen der Kristalle zulaufe. Mit einem beherzten Sprung nach oben zerschmettere ich den Kristall mit Patroni. Die darauffolgende Explosion wirft mich zurück, aber das und die Fäden, die wieder auf mich zuschießen, halten mich nicht auf. Im Augenwinkel sehe ich, dass auch Flo einen Kristall zerschlagen hat und nun, parallel mit mir, den nächsten attackiert. Wieder werden wir zurückgeworfen. Ein Blick auf die anderen zeigt mir, dass sie sich gegen die Fäden gestellt haben, um uns den Weg einigermaßen freizuhalten. Sumuadum sâl Kurush, Salman Marillio, Gisbert Hinterwall, Andela Gerber sind dabei leider ums Leben gekommen. Der Raum hat sich auch etwas verändert – er sieht nun viel freundlicher aus.


Flo bläst in das Horn, um die Ebenen zu verbinden. Die Seelen der kürzlich Gefallenen und viele andere Seelen schweben nun um uns und der Praiosakoluth tritt an uns heran. Auch Yashima sunya Neslihas Seele sehen wir, während Itobaal, der noch seinen Körper hat, sich vor sie kniet und von ihr etwas zugeflüstert bekommt. Daraufhin beginnt er zu weinen. Langsam verschwimmt unsere Sicht und plötzlich versinkt alles in der Dunkelheit.

Als ich wieder erwache, weil ich Flos Finger im Gesicht habe, fühle ich mich, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen. Dann erkenne ich das Innere des Astrolabiums und die Zeichen des Tores, durch das wir gelaufen sind, sind verschmiert. Unter Flos Händen knirschen die Reste einer Kristallkugel. Diese sammeln wir auf und nehmen sie mit.

Zurück im Perainetempel kommt mir Avala gleich entgegen, umarmt erst Flo und dann mich: „Hast du sie gesehen?“ – „Wen?“ – „Als du den Kristall genommen hast.“ – „Ja.“ Avala lacht zufrieden auf, während mich das alles nur irritiert. Den Kristall, den ich ihr zeige, soll ich laut ihr behalten und auch den roten Trank habe ich noch.

Natürlich ersetze ich dem Wachsfigurenkabinett das kaputte Fenster und gehe anschließend mit Avala und Flo in den Rondratempel, um dort die Sache mit den irritierten Wachen zu klären. Dort komme ich Dank Flo aber eher in Erklärungsnot, da ich mich anbiete, einen Bericht zu verfassen, den der Tempelvorsteher sehr detailreich möchte. Da ich das mit Flo und Laris nicht erwähnen kann, kann ich auch nicht mit dem Geschehen in der Taverne anfangen, was Flo allerdings vorschlägt. Irgendwie reiße ich dann doch das Ruder noch herum und verfasse mit der Hilfe von Flo den Bericht, während Avala Rondras Einkehr unsicher macht.

Später, als wir in besagtem Gasthaus eintreffen, finden wir Avala bei Linai sitzend, die gerade beide essen. Flo gesellt sich zu ihnen, während ich noch zu dem Zimmer gehe, in dem unser Gefangener sitzt. Die zwei Wachen lassen mich rein und er erzählt, dass er sich mit jemanden im Wachsfigurenkabinett getroffen hat und dann wieder hier aufgewacht ist. Mehr weiß er nicht. Ich lasse mir daher nur seinen Namen und Ort geben, wo ich ihn im Zweifelsfall finden kann: Albrecht Fischer, ist hier mit seinem Kahn unterwegs – und lasse ihn dann gehen.

Von Linai erfahren wir später am Tisch, als ich nach den Rosenrittern frage, dass Itobaal und Yashima eine Liebesbeziehung hatten. In Aranien, dem ehemaligen Oron, soll es noch eine Ordensburg von ihnen geben. Ich lege Flo noch ans Herz, mit Linai über Laris zu sprechen und sie macht das – nach meinem Hinweis aber erst später unter vier Augen.

Das waren 24 furchtbar mühsame Stunden, auch wenn Flo sehr in Ordnung ist. Manchmal erscheint sie mir dennoch kopflos. Aber Hauptsache die Seelen sind gerettet und ich habe Avala wieder bei mir.