Dämoneneindämmung in Seewiesen

Aus Liber Historium
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Zeit: 06. – 14. Travia 1034

Region: Winhall, Seewiesen, Beerenbyl

Beteiligte: Maximus Donnerkrach von Donnerbach, Kylaria della Kerres, Avala Lyria Vogelflug

Erwähnungen: Connar Rhonwyn von Weidenau, Jallik Kerelingo, Woltan Luminoff, Linosch Pilzböck, Viviane Ness, Leth Andeval, Sigman Anjuhal

Aus Lana Adersin-Nagraskjaleffs "Wohin mein Weg auch führt - Maximus Donnerkrach"

6. Travia 1034

Die Nacht im Borontempel hat mir entgegen meiner Erwartung tatsächlich etwas gebracht: ich fühle mich leichter als zuvor. Sie hat mir allerdings nicht geholfen zu verstehen, was Connar mir gestern sagen wollte.

Ich erinnere mich an die Situation in seinem Büro zurück. Ich wollte ihm unbedingt mitteilen, dass ich mir meiner Fehler bewusst bin, sie aber nicht rückgängig machen kann. Stattdessen möchte ich alles daran setzen, sie nicht zu wiederholen. Connar forderte mich anschließend auf, mein Weiheschwert und das schwarze Schwert in die Hand zu nehmen und mir einen Weg vorzustellen. Ich sollte überlegen, in welche Richtung er führt. Die Aufgabe war einfach und trotzdem nahm ich mir die Zeit, mein Innersten zu erforschen. Mit meinem Weiheschwert in der linken und das schwarze in der rechten Hand schloss ich kurz die Augen, um Connar und alles rundherum auszublenden und mich nur auf die Waffen zu konzentrieren. Meine Weiheschwert fühlte sich vertraut an, es liegt immer perfekt in meiner Hand und es ist, als würde es mich selbst wiedergeben. Als sei es immer genau das, was ich gerade bin. Es hat mich von Anfang an akzeptiert und mich nie in Frarge gestellt. Das schwarze Schwert hingegen fühlt sich fremd an, aber auch sehr mächtig und alt. Es ist verlockend, doch es löst auch Unwohlsein in mir aus, als würde sich ein Teil von mir dagegen sträuben. Dann öffnete ich die Augen wieder und streckte Connar mein Weiheschwert senkrecht entgegen. "Ich gehe diesen Weg. Auch wenn er nicht immer strikt geradeaus führt." Connar lächelte und nickte langsam: "Das ist der rechte Weg und der, der von einem Rondrageweihten erwartet wird." Dann jedoch tat er etwas, das mich mehr verwirrte als sein Lächeln, das er mir nicht besonders oft zeigt. Er streckte meine Hand, die das schwarze Hand trug, ebenfalls aus und führte beiden Waffen zueinander. "Wenn man sich entscheiden muss, dann ist es gut, wenn du dich für die Leuin entscheidest - meist gibt es jedoch mehrere valide Wege und dafür kombinierst du am besten deine Möglichkeiten. Solange dich dieses hier begleitet und ein Teil von dir ist-" er drückte kurz die Hand, die mein Weiheschwert hält, "- bist du vor möglichen Gefahren, die etwaige Optionen bieten, gefeit." Anschließend drückte er noch meine andere Hand. Ich gestand ihm, dass ich nicht ganz verstehe, was er mir damit sagen möchte, denn es klang so, als wäre es legitim, das Dämonenschwert zu verwenden. Und das konnte er doch nicht gemeint haben? Seine Antwort war keine Antwort, sondern eine weitere Aufgabe: „Denk darüber nach.“

Natürlich habe ich darüber nachgedacht, aber ich bin zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen, weshalb ich das Grübeln vorerst aufgegeben habe.

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit den anderen in der Grenzwacht finden wir uns wieder im Rondratempel ein. Dort erläutert uns Connar, dass Wolfhardt noch etwas anderes erledigen muss und deshalb nicht mitkommen wird. Also machen wir uns nur noch zu dritt auf den Weg nach Seewiesen, nachdem Avala Proviant und Kylaria Satteltaschen besorgt hatten. Letzteres sollte ein Geschenk an mich sein, das ich ablehnte, aber ich leihe es mir trotzdem gerade, denn praktisch sind die Taschen schon. Kylaria und ich reiten Schritt, während Avala uns auf eigenen Wunsch hin zu Fuß begleitet.

Auf dem Weg bittet Avala uns, einen Hügel zu erkunden und da wir genügend Zeit haben, willigen wir ein. Oben angekommen steht eine kleine Hütte mit Türmchen und einer bronzenen Glocke. Letzteres findet Avala so interessant, dass sie die Leiter hochklettert. Danach plaudert sie mit einem Mann, der neben der Hütte hockt und flickt einen kaputten Handschuh. Ich nähere mich mit Kylaria der Szene und erkenne, dass ich den Mann am Morgen schon kurz in der Grenzwacht gesehen habe: Ein Graumagier in zerschlissener Kleidung. Er stellt sich als Jallik Kerelingo vor und Avala ist ganz aus dem Häuschen, als er von einer magischen Quelle in der Nähe erzählt, die auf einem schwachen Kraftknotenpunkt liegt. Sie soll magische Artefakte aufladen und Avala scheint eines zu besitzen, doch sie möchte uns nicht verraten, worum es sich dabei handelt. Ich verspreche ihr, dass wir am Rückweg nach der Quelle schauen.

Da der Magier zum Thuransee möchte, biete ich ihm an, uns ein Stück zu begleiten, wobei er sich als nicht besonders guter, aber dafür umso fröhlicher Sänger herausstellt. Kylaria und ich stimmen im Gesang mit ein – Kylaria mehr schlecht als recht – während Avala uns motiviert auf ihrer Flöte begleitet.

Am Abend quartieren wir uns auf dem Weg im Gasthof „Zum Krug“ ein. Dort gibt es, wie man es vorher hätte ahnen können, verschiedene Biersorten und Gerichte mit Bier, wie z.B. die Biersuppe. Ausnahmsweise bestelle ich mir nicht das günstigste, sondern ich gönne mir einen panierten Fisch, um auf das Bier verzichten zu können. Während des Gesprächs mit dem Wirten und dem Magier stellt sich heraus, dass man Avala hier in der Taverne kennt. Außerdem bietet uns Jallik seine Hilfe an, weshalb ich ihm im Beisein von Kylaria in einem Zimmer das Schwert zeige. Avala spielt derweil im Schankraum auf.

Jallik nimmt das Schwert samt Scheide in die Hände und zieht es ein Stück heraus. Dann schiebt er es zurück und meint, dass es sich hierbei entweder um etwas unheimlich Böses oder Gutes handelt. Letzteres findet er aber eher unwahrscheinlich. Somit hat er meinen Test bestanden, denn ich wollte wissen, ob er sich mit der Materie tatsächlich auskennt. Nachdem er mich fragt, ob ich mit Dunkelelben verkehrt habe und ich verneine, erläutert er mir eine mögliche Sicherheitsmaßnahme: Das Schwert könnte in einem Bleikasten, der mit Zeichen und Zaubern versehen wird, transportiert werden. Da das den Transport erschweren würde und ich eigentlich gerne weiterhin Zugriff auf das Schwert haben möchte, frage ich nach einer Alternative.

Ein Krachen von draußen unterbricht unser Gespräch und Kylaria eilt nach draußen. Ich warte noch kurz ab, ob der Magier auf meine Frage eingeht, doch da er den Mund nicht mehr aufmacht, folge ich Kylaria mit etwas Abstand nach unten in den Schankraum und sehe gerade noch, wie sie gemeinsam mit einer anderen Frau das Gebäude verlässt. Avala folgt ihnen.

Draußen wende ich mich erst Mal Avala zu und frage, was passiert ist. Dabei behalte ich aber auch Kylaria und die tätowierte Frau, die aussieht wie eine Thorwalerin, im Auge. Avala erklärt mir, dass sie beim Tanzen ihren Krug umgeworfen hat und sie anschließend von ihr geschlagen wurde. Deshalb also ihre aufgeplatzte Lippe, die glücklicherweise nicht handlungsbedürftig aussieht… ich atme tief durch, Hauptsache es ist nichts Schlimmeres passiert. Kylaria hat wohl versucht das anschließende Handgemenge zu unterbinden und war bei der Thorwalerin auf taube Ohren gestoßen. Na dann wollen wir mal sehen, wer von beiden gewinnt.

Kylaria lässt ihre Fäuste sprechen und ich bin in dem Moment sehr stolz, dass sie sich so für Avala einsetzt. Andererseits frage ich mich, ob sie Avala nicht den Kampf hätte selbst austragen lassen sollen. Sofern diese gewollt hätte, aber da ich nicht dabei war, bilde ich mir darüber kein Urteil. Als die erste Faust trifft, bin ich überrascht, dass es nicht Kylarias ist. Sie kontert aber recht schnell und es steht eins zu eins. Es wurden keine Regeln festgelegt, stelle ich fest und frage mich, wann der Kampf beendet sein wird. Da landet die fremde Frau wieder einen Treffer und ich zähle in Gedanken mit. Zwei zu eins. Los, Kylaria! Ich feuere meine Schwertmutter innerlich an, äußerlich aber bleibe ich ruhig. Das wäre nicht sehr professionell… Aber es wirkt! Kylaria holt aus, trifft die Thorwalerin und diese fällt mit dem Kopf gegen den Türstock, woraufhin sie bewusstlos zusammensackt. Ups. Sofort laufe ich zu ihr, um mir mögliche Verletzungen anzusehen, da tritt aber ein anderer Thorwaler an mich heran und scheucht mich weg. Er nimmt die Frau schließlich mit und ich bleibe ratlos stehen.

Zurück im Zimmer teile ich dem Magier mit, dass wir das Schwert möglicherweise noch benutzen wollen und ich deshalb nach einer geeigneten Alternative suche. Kylaria ist überrascht, fragt nach dem Wieso und gibt sich schließlich nickend damit zufrieden, dass ich Connar als Begründung nenne. Jallik nennt uns eine weitere Möglichkeit: Eine antimagische Barriere gegen Agrimoth als wiederaufladbares Artefakt. Es müsste alle 2 Wochen, spätestens nach einem Mond erneuert werden und ist mit 500 bis 1000 Goldstücken etwa 5 bis 10 Mal so teuer wie der Bleikasten. Außerdem benötigt er ein Labor, um so etwas herstellen zu können. Jallik erzählt uns außerdem, dass er nach Beerenbyl muss, einem Fischerdorf, um dort nach einem Bekannten zu sehen. Kylaria übernimmt die undankbare Aufgabe, ihm von der Vernichtung eben jenes Dorfes zu erzählen und der Magier erwidert betrübt, dass er dennoch hin muss, um etwas zu holen. Kylaria und ich beschließen, zuerst zu Viviane Ness zu gehen und versichern Jallik, ihn innerhalb von zwei Tagen in Beerenbyl aufzusuchen, um ihm mitzuteilen, ob wir seine Dienste in Anspruch nehmen.

Der Magier verabschiedet sich und auch Kylaria möchte auf ihr Zimmer gehen, doch ich möchte noch kurz mit ihr sprechen und begleite sie deshalb. Wie immer hat sie ein offenes Ohr für mich und ich erzähle ihr meine Bedenken, dass ich gerne die teurere Variante der Sicherheitsmaßnahme wählen würde, der Preis mir aber sehr teuer erscheint. Sie fragt, ob sie notwendig ist und ich antworte ehrlich, dass ich es nicht weiß. „Was sagt deine Intuition?“, hakt sie weiter nach und von mir erhält sie ein schlichtes aber ernst gemeintes „Ja.“ Sie nickt: „Also dann ist es notwendig.“ Ich danke ihr, weil ich diese Entscheidung nun mit reinem Gewissen fällen kann und spreche mit ihr auch noch über die Satteltaschen und Ashkii, wobei sie mir offenbart, dass ich ihr kein Geld für das Pferd geben muss. Ashkii ist ein Geschenk zu meiner Weihe. Ich bin sprachlos, möchte es gar nicht annehmen, aber Kylaria lässt meine Widerworte gar nicht zu, weshalb ich schließlich gar nicht anders kann als mich schon wieder bei ihr zu bedanken. Ich bestehe aber darauf, ihr zumindest die Satteltaschen und das Zaumzeug und den Sattel zu erstatten. Was sind schon 3 Dukaten, wenn man 30 auf der Bank hat?

7. Travia 1034

Ich wache wie üblich vor Sonnenaufgang auf und wecke Avala, da ich hoffe, mit einem geregelten Tagesablauf auch etwas mehr Ordnung in ihr Leben zu bringen. Nach der Morgenroutine, während der Avala einigermaßen wach wird, gehen wir frühstücken und anschließend brechen wir mit Jallik zum Thuransee auf, wo sich unsere Wege schließlich wieder trennen.

In Seewiesen, einem sumpfigen Dorf mit Häusern auf Pfählen, angekommen übergibt mir Kylaria die Befehlsgewalt, was mich einerseits stolz aber auch andererseits irritiert zurücklässt. Wieso? Um zu beweisen, dass ich, anders als Connar denkt, doch bereit für die Queste bin? So oder so werde ich meine Aufgabe verantwortungsvoll ausführen! Da es schon nach Mittag ist und wir alle drei hungrig sind, quartieren wir uns im Gasthaus „Der Stinkstiefel“ ein. Es erstaunt mich, dass ein Zwerg hier der Wirt ist, weniger erstaunt es mich aber, dass es hier lauter Gerichte und Getränke aus Pilzen gibt. Also bestelle ich bei Linosch Pilzböck eine Pilzpfanne und ein Getränk namens Pilzpils oder so. Letzteres ist äußerst interessant mit seinem Schwammerl, das schäumt, wenn man es berührt. Da es sich dabei aber um Bier handelt, trinke ich nicht viel davon und schiebe den Rest zu Kylaria. Wir sind um diese Tageszeit die einzigen Gäste, weshalb sich der Zwerg zu uns setzt und mit uns plaudert. Dabei erfahren wir auch, dass Viviane Ness etwas außerhalb wohnt und nur nachts zu Hause ist. Anschließend spielt Linosch auf seiner Sackpfeife und ich lasse die beiden Frauen alleine, damit sie sich näher kommen können, denn ich bin mir immer noch nicht sicher, was Kylaria von Avala hält.

Als ich zurückkomme scheinen sie sich prächtig zu verstehen, ja ich habe sogar das Gefühl, die beiden könnten sich gegen mich verbünden! Perfekt, besser kann es gar nicht laufen, denn obwohl ich auch ohne Kylarias Segen weiterhin bei Avala bleiben würde, so ist es mir doch lieber, sie befürwortet meine Beziehung.

Wir machen uns am Abend auf den Weg nach Osten zur Maga Viviane Ness und kommen dabei auch am Haus der Kräuterfrau Leth Andeval vorbei. Kylaria möchte sich später nach dem verletzten Mann, den sie hergebracht hatte, erkundigen, aber unsere Mission hat Vorrang.

Wenig später klopfe ich an der Tür der Hütte am Waldrand, nachdem Kylaria mir einen vielsagenden Blick zugeworfen hat. Ja, sicher. Ich hab hier die Befehlsgewalt, auch wenn ich das ständig vergesse. Ich bin das einfach nicht gewohnt, aber das wird schon noch. Viviane Ness erkundigt sich nur kurz nach uns und lässt uns dann einige Minuten warten, ehe sie sich unser Anliegen anhört und uns anschließend sagt, was sie für uns tun kann: Das Erhöhen des Schutzes der Schwertscheide durch Zauberzeichen, was uns etwa 300 bis 600 Dukaten kosten wird. Puh, jetzt wird mir klar, dass Zauberdienste wohl allgemein sehr teuer sind, aber ich kann kaum etwas erwidern, denn hinter dem Haus kracht es laut und Viviane Ness eilt nach hinten.

Wir finden Avala und eine Schülerin von Viviane, die in einem kaputten Holzkonstrukt stehen. Die Magierin ist zurecht sauer, denn anscheinend handelte es sich hierbei um ein Messgerät für die Berechnung von Sternenkonstellationen, ich hab zwar keine Ahnung, was genau das ist, aber es klingt kompliziert. Beide Frauen zeigen Reue und entschuldigen sie und in diesem Moment tut mir Avala etwas leid, aber sie musste ja unbedingt da hinaufklettern.

Viviane möchte das Schwert noch genauer analysieren, wofür ich mich mit ihr in ein Zimmer ihres Hauses begebe, während Kylaria und Avala zu Linosch gehen, um ihn darum zu bitten, bei der Reparatur des zerstörten astronomischen Geräts zu helfen.

Die Analyse geht unspektakulär vonstatten. Zuerst richtet die Magierin einige Geräte und auch den Stuhl, auf dem ich sitzen bleiben soll, aus und dann setzt sie sich vor das Schwert und schreibt Dinge in ein Buch. Langweilig. Also mache ich das beste aus meiner Situation und konzentriere mich auf das Schwert, um zu ergründen, wie es ihm dabei geht. Dabei nehme ich wieder seine Stimme wahr, die ich aber so weit ausblenden kann, dass sie in den Hintergrund rückt. Ich kann es also noch.

Nach der Analyse spricht Viviane nochmals mit mir. Sie gibt mir zwei Möglichkeiten: Das Ritual hält einen Mond lang an und verliert dann seine Wirkung, oder für den doppelten Wert von insgesamt 1200 Goldstücken kann sie es wiederaufladbar machen. Puh. Ich sage ihr, dass ich darüber erst nachdenken muss und ihr Morgen Bescheid gebe. Durch die Tatsache, dass ich bei dem Ritual unbedingt dabei sein sollte, da wir nicht wissen, wie stark die Bindung zwischen dem Schwert und mir ist, muss sie sowieso erst einen Magierkollegen zu sich bitten. Dieser wird frühestens Morgen Abend erwartet.

Kylaria und Avala haben es zwischenzeitlich geschafft Linosch dazu zu bewegen, das Holzkonstrukt zu reparieren.

8. Travia 1034

Nach dem Frühstück machen wir uns zu dritt auf nach Beerenbyl, um uns dort wie ausgemacht mit Jallik zu treffen. Ich erkläre ihm, dass wir den Auftrag doch Viviane gegeben haben, da sie dafür aktuell einfach besser ausgerüstet ist und danach kaufen Kylaria und ich noch etwas bei ihm ein. Ich erwerbe eine Rabenfeder aus Belhanka um 9 Silber statt 5 Heller, weil ich mich schlecht fühle, ihm doch keinen Auftrag erteilt zu haben und Kylaria kauft einen magischen Ring. Die Feder möchte ich später gerne Avala schenken.

Unsere Rückreise ist so ausgelassen, dass ich Kylaria zu einem Wettrennen herausfordere und prompt von Ashkii falle, als dieser im vollen Galopp stolpert. Ich lande hart auf meinem rechten Arm, dessen Knochen wohl fast nachgegeben hätte und Avala schient diesen, um weitere Verletzungen zu vermeiden. Sie führt Askhii schließlich statt mir zurück zum Stinkstiefel und lässt es sich auch nicht nehmen, mich dort zu füttern. Danach meditiere ich, um das Schwert und mich innerlich auf das Ritual vorzubereiten.

Am Abend treffen wir bei Ness ein und sitzen anschließend eine Stunde wartend im Sternenzimmer. Dabei sage ich der Magierin auch, dass wir uns für eine einmalige Ladung entschieden haben. Ihr Kollege Magus Sigman Anjuhal, ein in die Jahre gekommener Graumagier, trifft schließlich ein. Ich werde die ganze Zeit über in dem Zimmer sitzen bleiben und Kylaria beschließt, in Avalas Nähe zu bleiben, da wir befürchten, sie würde sich während dem Ritual langweilen. Deshalb bleibe ich alleine mit den Magiern zurück, während die anderen draußen sind.

Das Ritual beginnt. Ich versuche mich auf das Schwert zu konzentrieren und höre, wie es mich zu sich ruft. Ich reagiere nicht, ich bleibe auf dem Stuhl am Rand des Ritualkreises sitzen. Mit der Zeit ändert sich die Stimme, ich verstehe sie nicht mehr. Die Worte klingen unheilig, grauenhaft, dreckig und vor allem auch brutal. Mein Geist wird beansprucht, etwas zieht daran, doch ich bleibe weiterhin sitzen. Auch als sich Nebel im Ritualkreis bildet und mir glühende Augen entgegenstarren, rühre ich mich nicht. Ich weiß, dass ich den Kreis nicht betreten darf und das ist der einzige Gedanke, der sich in meinen Kopf festgesetzt hat. Ich denke nicht darüber nach, was das für ein Nebel ist oder wem die Augen gehören, auch nicht, was passiert, wenn ich den Kreis betrete. Die Zeit läuft und läuft und die Stimme wird so dröhnend, dass ich glaube, mein Kopf zerspringt bald. Ich spüre, wie Blut aus meiner Nase läuft. Dann stehe ich plötzlich, gehe einige Schritte und strecke den Arm nach dem Schwert aus. Ich sehe, wie der Nebel auf mich zurast. Er ist kalt, einen Moment glaube ich, er wird zu Eis erstarren, doch als ich blinzle, sitze ich wieder auf meinem Stuhl. Was war das?

9. Travia 1034

Mit dem ersten Strahl der Praiosscheibe beenden die beiden Magier das Ritual und ich bekomme das Schwert samt Scheide zurück. Eine Rechnung erhalte ich ebenfalls und die Information, dass die Wirkung bis 9. Boron anhält, solange die Waffe in der magischen Scheide steckt. Ich bedanke mich, nehme die mittlerweile schlafende Avala auf den Arm und gehe gemeinsam mit Kylaria zurück zum Stinkstiefel. Meine Geliebte lege ich ins Bett und bevor ich mich selbst ausruhen möchte, gehe ich meinen Pflichten nach und beginne mein blutiges Gewand zu waschen. Avala scheint aber in der Zwischenzeit aufgewacht zu sein, denn sie nimmt mir meine Kleidung ab und befielt mir, schlafen zu gehen. Sie würde sich derweil um die Reinigung meines Wappenrockes kümmern.

Am Nachmittag fühle ich mich erholt und die Eindrücke des Rituals wirken ferner als am Morgen. Ich verbringe den restlichen Tag mit Avala, während Kylaria die Kräuterfrau Leth Andeval besucht, um sich um den Gesundheitszustand des Verletzten, den sie damals hergebracht hatte, zu erkunden. Leider hatte sich dieser das Leben genommen. Vermutlich war der Verlust für ihn nicht zu ertragen gewesen.

Am Abend finden wir uns wieder bei Ness ein, da ich mich daran erinnert habe, meine Probleme nicht immer für mich zu behalten. Außerdem hat Kylaria mir die Verantwortung übernommen und diese Aufgabe möchte ich ernst nehmen! Deshalb frage ich Viviane, was mein Nasenbluten zu bedeuten hatte und sie antwortet, dass es sich dabei um eine magische Rückkopplung handeln könnte. Außerdem berichte ich ihr von dem Erlebnis mit dem Nebel und dem Aufstehen, aber ich sage ihr auch, dass ich mir unsicher bin, ob ich das wirklich getan habe. Ich bin auch nicht sicher, ob ich den Kreis betreten habe, sofern ich überhaupt aufgestanden bin. Viviane erklärt, dass das Artefakt vielleicht auf diese Art mit mir kommuniziert hat, es sich dabei als um eine Illusion handeln könnte. Das klingt in der Tat einleuchtend, aber da sie mich die ganze Nacht über nicht beachtet hatten, kann niemand sagen, ob ich den Kreis nicht wirklich betreten habe. Deshalb frage ich nach den Konsequenzen hierfür. Sie muss diese allerdings erst recherchieren und schickt uns diesbezüglich eine Nachricht nach Winhall, wenn sie mehr weiß.

11. Travia 1034

Mittags kommen wir endlich wieder in Winhall an und ich berichte Connar, dass wir den Auftrag ausgeführt haben. Auch überreiche ich ihm die Rechnung.

Er sagt uns, dass wir erst auf die Nachricht von Viviane Ness warten, bevor er uns auf die Queste schicken möchte. Da diese nicht weit weg stattfinden wird, reicht die Wirkungsdauer des Schutzrituales. Natürlich wollen wir die Zeit aber nicht nur einfach absitzen, sondern uns nützlich machen. Ich soll der Stadtwache Berichte mitteilen und Papierkram erledigen, während Kylaria den Drill dort übernimmt. Reitunterricht können wir auch geben.

14. Travia 1034

Ich habe die letzten Tage keine Veränderung an mir bemerkt und wohl auch niemand anders, denn ich wurde nicht darauf angesprochen. Das einzige, das sich anders anfühlt ist die Schwertscheide, die knistert, wenn ich meine Hand darübergleiten lasse. Die Magie ist spürbar.

Außerdem erreicht uns die Nachricht von Viviane Ness:

"Das geschilderte Ereignis während des Rituals vom 8. Travia bezüglich der Schwertscheide aus magiehemmendem Material könnte folgende Konsequenzen nach sich ziehen:

  • I.) Schwankungen der Intensität des Schutzes auf Grund der möglicherweise geknüpften Verbindung mit dem ausgesuchten Besitzer. Man kann davon ausgehen, dass dies die primäre Wirkung nicht beeinträchtigt und garantiert den einmondigen Schutz bietet, wie vertraglich vereinbart. 20%
  • II.) Markierung des Wesens, welches dem Artefakt innewohnt, um eine zukünftige Bindung vorzubereiten - irrelevant sollte das beeinträchtigte Zauberding sowieso innerhalb der nächsten Tage exorziert werden. 30 %
  • III.) keine weiteren Auswirkungen, da der Vorfall eine täuschend echte Illusion gewoben haben könnte. 50 %“

Ich bitte Connar darum, mir noch einen Tag Auszeit nehmen zu dürfen, da ich Avala nicht mit auf die Queste nehmen werde. So habe ich die Möglichkeit, ihr meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken, bevor ich mich von ihr verabschieden muss.