Avalas Rettung

Aus Liber Historium
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Zeit: 07. Travia 1035 bis 16. Travia 1035

Region: nördliche Grenze zu Schwarztobrien, Schwarztobrien

Beteiligte: Maximus Donnerkrach von Donnerbach, Kylaria della Kerres, Avala Lyria Vogelflug

Erwähnungen: Elräus Klingensturm (Offizier von Kratos - tot), Fiya, Vlad, Milenja, Valerie, Alhold Rothgold von Sieghelm (Hochgeweihter von Göttertrutz), Oleana Tobritsch, Thyria Denares, Pjotr

Aus Lana Adersin-Nagraskjaleffs "Wohin mein Weg auch führt - Maximus Donnerkrach"

07. Travia 1035

Vor nicht Mal zwei Wochen habe ich Ashkii in der Amazonenburg in Azinas Obhut gelassen. Genau so Al’Damwathi, meine Schwertfibel und meinen Wappenrock, sowie einen Brief für Kylaria, in dem ich ihr alles vermache, falls ich nicht zurückkehren werde.

Nun bin ich in der Nähe von Perainefurten in einem kleinen Dorf namens Tizamsauen und Fiya, eine Frau, die etwas älter ist als ich, überbringt mir auf ihrem Rücken frisch eingeritzt eine Nachricht von Kratos:

"An den respektlosen Rondrageweihten, der sich nicht zu benehmen weiß, Euer Handelsangebot wird zurzeit akzeptiert. In 20 Tagen wird das Madamal in voller Pracht am Himmel stehen. Erscheint im Dorf Protzingen an der Mündung des Erlbachs. Dort bringt Euch ein Boot zum Austauschort. Macht mit dem Mädchen was Ihr wollt, sie muss jedoch, lebendig oder tot, nach Protzingen mitgebracht werden."

Ich frage sie auch nach dem aktuellen Aufenthalt von Avala und erfahre, dass sie sich die Nacht in einem alten Turm verbracht hat, um die Sterne anzustarren. Dann lasse ich sie in meinem Zimmer in der Taverne „Unterm trutzigen Fass“ zurück.

Dort angekommen muss ich erst einige Skelette niederschlagen, ehe ich im Turm auf Kratos Offizier Elräus Klingensturm treffe. Nach einem heftigen Kampf, in dem ich Goras Nähe zu spüren glaube, geht er in die Knie und sagt mir, dass Kratos hinter der Tür eine Nachricht für mich hinterlassen hat. Mit Unbehagen öffne ich diese und erblicke 4 Ketten, an die Avala wohl gefesselt war. In einer dieser Fesseln hängt eine Hand und mir sackt das Herz in die Hose, ehe ich erkenne, dass es sich dabei nicht um ein Körperteil von Avala handelt. Ich nehme das Stück Pergament, das zwischen den Fingern klemmt und lese: „Kannst du dich an dein erstes Opfer erinnern? Es möchte dir die Hand reichen!“

Ich taumle zurück, mir wird übel und ich schaffe es nur mit Mühe, die Beherrschung zurückzuerlangen. Dann eile ich dem Offizier, der sich mühsam den Weg den Turm hinuntergesucht hat, hinterher und stelle ihn. Nach meiner Drohung erklärt er mir, dass er den Aufenthalt von Avala nicht weiß, aber Kratos Vertraute hat, die so etwas wissen. Einer von ihnen hat Fiya die Nachricht eingeritzt. Außerdem ist wohl der Feind von Kratos, ein Kerl namens Vlad, verschwunden und hat zwei Hexen als Befehlshaber zurückgelassen.

Er beschimpft mich und Avala, was ich nicht auf mir sitzen lassen kann und ich zwinge ihn wieder auf die Beine, um sich mir im Kampf zu stellen. Natürlich hat er keine Chance, er geht nach meinem Gegenangriff blutend zu Boden und ich möchte sein Leben beenden, Patroni bewegt sich aber kurz vor seiner Kehle kein Stück mehr. In meinem tauben Ohr höre ich eine furchtbare Stimme: "Stich zu! Er hat es verdient! Du bist Recht und Ordnung!" Zeitgleich vernehme ich eine vertraute Stimme und eine beruhigende, göttliche Macht durchströmt mich von Goras ausgehend: "Erinnere dich, glaub an dich, wehre dich gegen die Übernacht..."

Da taumle ich zurück, kämpfe mit mir selbst und lasse Patroni schließlich sinken, um dem Offizier den Tod zu wünschen. Ich bleibe stehen und sehe tatenlos zu, wie das Leben aus ihm herausfließt, bis er sich nicht mehr rührt. Er hat keine Gnade verdient, aber zumindest habe ich ihn nicht wehrlos umgebracht. Ein kleiner Trost nur, denn mir ist klar, dass ich sein Leben dennoch beendet habe. Anschließend lasse ich den leblosen Körper liegen und eile zurück nach Tizamsauen, um mit Fiya zu sprechen. Aber kann ich ihr überhaupt trauen? Was, wenn sie von all dem weiß? Wenn sie eine Vertraute ist?

Im Gasthaus angekommen stellt sich mir Kylaria in den Weg und hält mir Al’Damwathi hin, doch ich gehe an ihr vorbei, worauf sie versucht mich aufzuhalten, doch ich schlage ihre Hand weg und gehe auf mein Zimmer. Sie folgt mir und stellt auch ihren Fuß in die Tür, als ich versuche, sie hinter mir zu schließen. „Geht zurück, wo du hergekommen bist.“ – „Nein.“ Ich seufze laut auf und lasse sie gewähren, indem ich die Tür offenlassen und eintrete. Ich frage Fiya aus und erfahre, dass der Mann, der sie zugerichtet hat, zuletzt in Erlschwerd war, wo insgesamt 8 Männer waren. Ich möchte Fiya dazu bringen sich auszuziehen, dabei liest Kylaria auch die Nachricht, aber mehr als ihr Oberteil möchte sie nicht entfernen, sodass ich versuche, sie auszuziehen. Kylaria mischt sich ein und tastet sie schließlich ab als ich mutmaße, dass sie mich hinterrücks erstechen könnte.

Währenddessen gehe ich nach draußen, um nach Ashkii zu suchen, schließlich hat Kylaria ihn sicherlich mitgenommen. Im Stall sattle ich ihn, ohne ihn zu begrüßen und führe ihn nach draußen. Kylaria möchte mich aufhalten, aber ich erkläre ihr, dass ich nicht viel Zeit habe und das warten muss, bis wir unterwegs sind. Vorher verbinde ich die Wunde an meinem Arm.

Dann galoppiere ich los in die Dämmerung, während mir Kylaria hinterherreitet, bis wir bei einem Fluss an einer Zollstation anhalten müssen. Wir werden darauf hingewiesen, dass ein Gewitter aufzieht und ich weise ihn unfreundlich darauf hin, dass er lieber seine Arbeit machen soll. Dann reiten wir hindurch.

Es wird dunkel und ein bedrückendes Gefühl legt sich auf uns, während der Druck in meinem tauben Ohr zunimmt. Wir suchen uns eine windgeschütztere Stelle, an der zwei Bäume quer übereinander liegen. Ich versuche das Gespräch mit Kylaria auch weiterhin zu meiden und gehe deshalb los, um Feuerholz zu suchen. Dabei lasse ich mir genügend Zeit, finde aber nur feuchtes Holz, das ich zurück ins Lager mitnehme und anschließend mit großer Rauchentwicklung entfache.

Wir sprechen über alles. Kylaria schreibt mir die Tode der Bauern von Kratos nicht zu, sie sagt, er habe sie getötet. Sie bringt mich davon ab, Kratos jetzt töten zu wollen, da wir es jetzt nicht können. Wir beschließen Avala zu retten und wenn wir es nicht können, zum Treffen zu gehen, wo Kylaria sich als Tausch anbieten möchte. Ich sage ihr, dass das nicht fair ist und dass wir Avala entscheiden lassen sollen, ob sie das überhaupt möchte. Kylaria sagt, dass ich ihre Entscheidung dann aber auch akzeptieren muss, woraufhin ich schweige.

Wir werden von einem maulwurfgroßen Erdwurzelviech aus der Erde unterbrochen, das uns monströs entgegenbrüll. All Metall, das wir bei uns tragen, fühlt sich niederhöllisch kalt an. Um uns tobt das Gewitter und es tropft auch von oben ins Feuer hinab, woraufhin eine dampfende Gestalt heraustritt, die an eine Holzfigur erinnert. Laut Kylaria sind das grantige Mindergeister, weil sie aus ihren gegenteiligen Elementen bestehen. Ich greife das Erdwurzelviech an, es zerklirrt wie Eis und Wurzeln schlingen sich bis zum Heft um meine Klinge. Kylaria versucht das andere zu verletzten, verliert dabei ihren Rapier und das andere Viech bläht sich auf, bis es explodiert und uns mit heißem Wasserdampf Schaden zufügt. Ich setze mich anschließend hin und befreie Patroni in mühsamer Kleinarbeit von den Ranken.

Auf Kylarias Drängen hin gehe ich schlafen, nachdem sie mir einen Heiltrank gegeben hat. Als sie mich weckt, übernehme ich ihre Wache und schaffe es nicht, Al’Damwathi neben Kylaria liegen zu lassen. Also nehme ich ihn an mich und atme beruhigt durch, als ich das vertraute Gefühl an meinem Rücken spüre.

08. Travia 1035

Als es heller wird, regnet es immer noch, aber ich wecke Kylaria pflichtbewusst auf und wir machen uns wieder auf den Weg. Zwischendurch reisen ein paar Wägen mit uns mit, deren Wappen uns aber gar nichts sagt. Sie plaudern über die zwei Hexengeneräle Milenja und Valerie, dass sie dort ihre Waren nicht hinbringen werden. Vlads Name soll man nicht aussprechen, weil man sonst von den Hexen Albträume bekommt und zu ihnen geht, um ihnen die Treue zu schwören. Ich bespreche mit Kylaria, dass Lana vielleicht Vlad finden kann und wir mit ihr die Hexen besuchen könnten. Mittlerweile tröpfelt es nur noch.

Wir kommen im Laufe des Tages durch Trutzbach durch und in Erlschwerd an. Weiter südlich ist vor ein einigen Götterläufen das Wehrkloster Göttertrutz gebaut worden, den der Bund des Wahren Glaubens für sich beansprucht hat. Kylaria meint außerdem, dass ich meinen Geist stärken muss und ich sage, dass ich sehr wohl weiß, dass Kratos Spielchen mit mir spielt. Sie entgegnet, dass ich dann ja auch wissen sollte, dass die Tode der Bauern nicht meine Schuld sind. Ich sage: „Vielleicht eines Tages.“

Während wir durch das Dorf reiten fühlen wir uns beobachtet, aber ich kann nicht ausmachen, von wo aus. Da uns ein Passant nichts sagen kann, gehen wir zum Kloster, um dort nach Hilfe zu fragen.

Im Kloster Göttertrutz werden wir herzlich begrüßt. Kylaria erbittet eine Audienz bei seine Exzellenz Alhold Rothgold von Sieghelm. Wir werden an seine Stellvertreterin Ihre Hochwürden Oleana Tobritsch verwiesen, nachdem ich meine, dass es um die Rettung einer Geweihten geht. Kylaria meint es geht um Informationen, die auch phexgefällig sein könnten und so werden wir doch im Untergrund in einen kleinen Raum mit einer einzelnen Kerze geführt. Dort spricht eine Person aus dem Schatten heraus: „Was führt Euch in die mystischen Hallen von Phex?“ Kylaria erklärt unser Anliegen und er erklärt, dass der Name Kratos von Ysilia in letzter Zeit öfters aufkommt und sie hierzu auch schon einiges gesammelt haben. Er möchte eine Gegenleistung für die Informationen. Kylaria erzählt ihm etwas über eine Frau, die sie hier Mal getroffen hat.

Wir erhalten einige Informationen, von denen für uns aktuell relevant ist:

  • Es wurden hier 3 Lagerhäuser angemietet und etwas zwischengelagert, die Lagerhäuser wurden auf einem Plan markiert
  • Welche Waren sind unbekannt, aber es sind Fässer und einige Truhen
  • Ein Informant, der sich dort umsehen sollte, ist nicht zurückgekehrt
  • Die Lagerhäuser gehören einem Kordovan Fuxfell, der seit kurzem an Fieber erkrankt ist; er ist bettlägerig
  • Der Informant hat herausgefunden, dass es eine Gefangene mit silbrigem Auge gibt; unter dem Kapuzenumhang trägt sie einen Knebel.
  • Zwei Nächte waren sie im Gasthof „Esel“
  • Bei dem Informanten handelt es sich um Thyria Denares, sie hat kurze, braune Haare, ist eher unauffällig, etwa 1,50 Schritt groß und kann sich im Schatten gut verstecken; außerdem kann sie ihre Stimme sehr gut verstellen

Ich frage harsch nach, wieso die Gefangene nicht befreit wurde. „Wisst Ihr, in welchen Hallen Ihr Euch befindet?“ Nach kurzer Schweigepause von mir entschuldige ich mich. Mir wird erklärt, dass man nicht immer sofort internieren kann und ich nicke, sage, dass ich das weiß und entschuldige mich abermals. Mehr weiß die Informantin, nach der wir auch Ausschau halten werden.

Wir gehen zu seine Gnaden Jacinto Rosairo, einem Hesindegeweihten, der sich im Kartenraum befindet. Kylaria fragt auch ihn über Kratos aus und wir erfahren, dass er sicher schon um die 60 Götterläufe oder mehr, er vermutet etwa 100, alt ist. Er war einst ein Gildenmagier, aber ob er weiß oder grau war, darüber sind sich die Quellen uneinig. Außerdem soll er ein Meister der Einflussmagie sein, war er damals schon. Er scheint sich auch sehr mit Visionen auseinanderzusetzen und man sagt, er hat den Sturm der 1000 Oger hervorgesehen, die Information aber für sich behalten und ist dadurch rechtzeitig gegangen.

Ich frage, wie man ihn töten kann, da meine Klinge ihn nicht töten konnte, und er scheint mir nicht zu glauben, dass ich ihn tatsächlich getroffen habe. Er meint, vielleicht war das gar nicht Kratos, sondern eine Puppe oder etwas Unheiliges. Ich antworte nicht. Er erzählt, dass zwei Leben verknüpft werden können, um so vom Leben des anderen profitieren zu können. Stirbt der eine, stirbt auch der andere. So wäre es vielleicht auch möglich, dass er mit den Bauern verbunden war und sie an seiner Stelle gestorben sind. Kylaria fragt auch nach Möglichkeiten, jemanden ausfindig zu machen. Wir erfahren, dass es einen Hellsichtsmagier hier in der Umgebung gibt, der so etwas schaffen kann. Er soll sehr eigen sein, aber fähig und intelligent. Wir gehen wieder aus dem Raum raus und ich bin in Gedanken vertieft.

Kylaria meint, wir sollten nicht in die Lagerhäuser gehen, weil Kratos genau das will, aber ich bestehe darauf, also machen wir uns auf den Weg. Direkt vor dem Gebäude fühle ich mich aber wieder beobachtet und ich rufe, dass sich der Feigling zeigen soll. Nichts passiert. Kylaria aber meint, dass wir wieder hineingehen sollten in den Rondratempel, da ihre Handschuhe Probleme machen. Ich bleibe an der Schwelle zum Gebetsraum stehen und beobachte, wie Kylaria ihre Handschuhe auf den Altar legt, etwas von ihrem Blut opfert und ein Gebet spricht. Blitze zucken von der Opferschale auf die Handschuhe und sie zieht sie wieder an. Als sie zurück zu mir kommt verlangt sie von mir, das ebenfalls zu tun und ich sage nein, ich möchte das nicht und halte ihr Patroni hin. Sie versucht es, aber es funktioniert nicht. Also schnappe ich mir das Schwert und stapfe widerwillig zum Altar, wo ich Patroni niederlege. Dann überkommt mich plötzlich eine innere Ruhe, etwas, das mir sehr vertraut ist und all die Ängste und Sorgen fallen von mir ab. Ja, hierher gehöre ich… Ich spreche zu Rondra, bitte um Verzeihung für meine Dummheiten, schütte ihr mein Herz aus und vergesse dabei fast, mich um den Schutz für Patroni zu kümmern. Nach einigen Worten hierzu und einem Blutopfer schießen auch hier Blitze heraus und ich spüre das Unbehagen, das die letzten Stunden vom Schwert ausging, nicht mehr. Ich bleibe noch eine Weile stehen und genieße das Gefühl der Vertrautheit in diesen Hallen.

Kylaria hält mir, nachdem ich wieder bei ihr bin, den Wappenrock hin und fragt, ob ich jetzt bereit dafür bin. Ich horche in mich, lausche, ob ich es wirklich bin und nicke dann. „Ja.“ Anschließend streife ich mir den Wappenrock über, befestige die Schwertfibel und Kylaria umarmt mich mit einem „Willkommen zurück.“ Ich erzähle Kylaria die Umstände, wie ich Goras gehört habe und wovon er mich abgehalten hat. Aber auch, dass ich dem Offizier beim Sterben zugesehen habe und sie sagt, dass wir uns darum nach der Rettung von Avala kümmern, denn Rondra hat mich dennoch akzeptiert.

Bei den Lagerhäusern kommen wir am Abend an und dort glaube ich, den Beobachter auf den Dächern erahnen zu können, aber ich sehe niemanden außer eine Taube. Kylaria aber konnte ein Flimmern erkennen und sie mutmaßt, dass uns ein niederer Dämon, der sich unsichtbar machen kann, beobachtet. Die heißen Gotongi.

Das erste Lagerhaus ist verschlossen, weshalb wir rundherum gehen und zwei rauchende und kartenspielende Lagerarbeiter vorfinden. Kylaria schafft es sie zu überzeugen, uns trotz Finsternis einzulassen. Wir sehen uns nur kurz um, finden nichts Interessantes und erfahren von den Wachen auch, dass Pjotr vom anderen Lagerhaus sich immer beobachtet fühlt. Wir werden gewarnt, dass er schlecht drauf sein kann, wenn er seinen Alkoholspiegel hält.

Beim nächsten Lagerhaus finden wir Pjotr, der ganz alleine ist. Sein Kollege ist wohl vor einer Stunde los, um Schnaps zu besorgen. Wir fragen ihn, ob er beobachtet wird und er nickt und meint, dass endlich göttliche Hilfe geschickt wurde. Er öffnet das Lagerhaus und meint in der zweiten Ebene hat er gestern Nacht was gehört. Ich meine, dass es eine Falle sein könnte, aber trotzdem hineinwill, also gehen wir. Wir klettern eine Leiter hoch, auf denen Blutspuren zu sehen sind. Oben angekommen steigt uns ein Verwesungsgeruch in die Nase und finden zwischen den Kisten eine schon von Ratten angefressene Leiche erkennen. Opfer Nummer zwei… Kylaria sagt, ich soll erst Mal da bleiben und liest die Nachricht, die auf einer Kiste liegt. Dann nickt sie mir zu und ich lese die Nachricht: „Opfer Nummer zwei hatte keine Zeit zum schrei’n.“

Während wir draußen reden und uns Gedanken über die Bestattung machen, huscht etwas an uns vorbei und wir laufen zur Leiche, da wir fürchten, diese könnte entfernt werden. Und tatsächlich, es fehlen einige Teile des Beins und Arms und wir hören ein Schmatzen. Kylaria greift daraufhin sofort in die Richtung des Geräuschs und zerfetzt ein geflügeltes Auge. Doch weiterhin wird die Leiche angefressen und ich versuche ebenfalls eines der unsichtbaren Dinge zu treffen, doch mein Schwert prallt gegen den Boden. Derweil zerschlägt Kylaria einen weiteren Gotongi nieder und ich versuche nochmals einen Angriff. Dieses Mal treffe ich und das große Auge wird sichtbar, dass mich direkt anstarrt und mich durchfährt ein Schock, als hätte ich etwas vollkommen Niederhöllisches in diesem Gotongi und ich weiche einen Schritt zurück. Kylaria zerschlägt auch den letzten Dämon und ich weiche noch einige weitere Schritte zurück, weil mir übel ist und ich wende mich von dem zerfetzten Körper ab. Als ich mich wieder umdrehe, hat Kylaria die Reste in ihren Umhang gewickelt und nimmt ihn mit nach draußen.

Kylaria fragt, ob es bei mir geht und ich bejahe, aber ich möchte nicht mit zum Boronanger. Ich verspreche ihr aber, draußen zu warten. So sehe ich ihr also nur noch hinterher und wende mich dann in die andere Richtung, um die Umgebung zu beobachten.

Danach gehen wir zum Gasthaus „Esel“ und ich höre mit Entsetzen, dass Flöte gespielt wird. Dabei wird ein Theaterstück aufgeführt. Wir werden von der Bedienung gefragt, was wir wollen. Während Kylaria etwas zum Trinken bestellt, frage ich nach dem Magier und erwarte, dass sie mich zu seiner Zimmertür bringt. Gemeinsam gehen wir hin und bekommen ihn nach dem dritten Klopfen dazu, die Tür zu öffnen. Mürrisch fragt er uns, was er will und erst nachdem ich ihm sage, dass wir jemanden suchen haben und wir uns sicher sind, dass wir ihn bezahlen können, lässt er uns in sein gemütliches Zimmer ein. Es wirkt sehr edel mit Stoffen, weichen Pölstern und großzügigen Möbeln.

Wir erklären ihm das Problem und lassen ihren Stab bei dem Magier. 100 Dukaten. Wow, eine Menge, aber ich werde sie bezahlen. Im Schankraum bin ich verwundert, dass Kylaria einen Schnaps zu ihrem Wein bestellt hat aber sie meint, den braucht sie jetzt. Wir setzen uns zu anderen Leuten an den Tisch und ich beobachte interessiert, wie Kylaria Schnaps trinkt. Ich habe verdrängt, dass wir schon mal gemeinsam Schnaps getrunken haben, das ist nicht gut ausgegangen für mich. Ich starre die ganze Zeit über Kylarias Vinsalter Ei an und trinke ihr den Schnaps weg.

Nach einer Stunde finden wir uns bei dem Magier ein, doch er meint mit Schweißperlen auf der Stirn, dass er noch bis Morgen braucht, weil Avalas Aufenthalt verschleiert ist. Er gibt mir dafür einen Rabatt von 10 Dukaten, doch ich scheiß drauf! Aber Kylaria hat Recht, uns bleibt nichts anderes übrig als zu warten.

Also mieten wir uns ins letzte verfügbare Zimmer mit vier Betten ein, wo Kylaria mir einen Behälter mit Wasser hinhält und mich daran erinnert, dass ich mich rasieren wollte. Das mache ich schließlich auch und kümmere mich seit langem wieder um meine Körperpflege.

09. Travia 1035

Der übernächtigt aussehende Magier öffnet uns die Tür und drückt mir den Stab wieder in die Hand. Die Rechnung von 90 Dukaten überreicht er mir ebenfalls und erklärt uns, dass sie bis vor 3 Stunden in Protzingen war und von dort aus auf ein Segelboot namens „Schwarzaal“ gebracht wurde. Er hat dabei auch immer wieder Bilder von einer Frau mit verbrannter Gesichtshälfte gesehen. Ja, Avalas Mutter, ihr gehörte der Stab zuvor… Wir erfahren weiter, dass das Schiff flussabwärts die Erl entlangfährt, vermutlich zur Tobimora, einem anderen Fluss, und er eine vermummte Person sehen, die den Schleier niemals abgenommen hat. Vermutlich handelt es sich dabei um einen magisch Begabten, denn er hat einen kurzen Stab bei sich. Außerdem mindestens ein Dutzend Bewaffnete. Auf die Frage hin, wie es Avala geht, sagt er, dass sie erschöpft wirkt, aber gehen kann. Er konnte auch sehen, dass sie auf den östlichen Sternenhimmel starren musste aber nicht, auf welche Sternenkonstellation genau.

Wir schnappen unsere Pferde und reiten los Richtung Protzingen, wo wir nach wenigen Stunden ankommen. Dort sehen wir eine Mühle, auf dessen Windräderblättern das Symbol von Peraine prangt. Als wir näherkommen erkennen wir, dass es sich hierbei sogar um einen Perainetempel handelt. Drinnen finden wir Leute, die gerade Korn in die Mühle werfen und wir begrüßen sie freundlich mit „den Göttern zum Gruße.“ Sie haben leider in der Nacht kein Schiff anlegen gesehen, da sie erst mit der Praiosscheibe aufstehen. Aber sie geben und den Tipp, dass wir die Fischer fragen können, was wir schließlich auch machen.

Kylaria und ich bitten um ein göttliches Zeichen und ich wirke die Liturgie, doch das Donnergrollen, das wir vernehmen, könnte aus jeder Richtung kommen. Rondra möchte wohl, dass ich den Weg selbst finde… Also reiten wir die halbe Stunde erst Mal bis zur Tobimora, um uns die Abzweigung anzusehen. Dort finden wir einen Fischer, der heute ein einziges schwarzes Schiff flussabwärts fahren gesehen hat. Erst möchte ich Ahskii durch den 30 Schritt breiten Erlbach treiben, aber Kylaria ruft mich zurück und mein Pferd weigert sich auch, in das Wasser zu waten. Der Fischer wedelt derweil mit einem Tuch und einige Minuten später kommt ein Boot vorbei und nimmt uns gegen je einen Heller mit hinüber.

Auf der anderen Seite warte ich auf Kylaria und dann reiten wir weiter, bis wir nach Ebelried kommen, in denen es auch einige Ruinen gibt und nicht nur bewohnte Häuser. Durch den Krieg und die angrenzenden schwarzen Lande wirkt es hier recht zerstört, auf einem Hügel aber steht eine Festung, die gut erhalten wirkt. Bei der Hafenmeisterei erkunden wir uns nach einem schwarzen Schiff und erfahren, dass die Schwarzaal hier öfters vorbeikommt, aber hier kaum am Hafen anlegt. Vor ein paar Stunden aber ist es hier vorbeigefahren.

Während wir weiterreiten schwankt das Wetter öfters von heiß auf kühl, die Umgebung wirkt geknechtet und alles wirkt gequält. Das sumpfige Gebiet umreiten wir, obwohl wir etwa eine halbe Stunde Zeit verlieren, denn wir wollen die Pferde nicht noch mehr beanspruchen. Langsam wird es Nacht und wir beschließen durchzureiten, dafür aber nur mehr im Schritt.

10. Travia 1035

Als die Praiosscheibe aufgeht sehen wir auf einer Anhöhe fünf Reiter mit dem Symbol des Gegenspielers von Rondra: Belhalhar. Die 4 Lanzenreiter und der eine Bannerreiter stürmen auf uns zu. „Dann lass uns in den Kampf ziehen!“, wir besprechen kurz unseren Plan, dann schaffe ich es rechtzeitig, Ashkii aus dem Sturmangriff zu führen. Anschließend sprechen wir jeweils einen ehrenhaften Zweikampf auf einen der Gegner und führen einen Kampf auf dem Pferd, um unsere Tiere nah bei uns zu haben. Wir fürchten sonst, die anderen könnten auf diese losgehen. Los, Patroni! Ich habe noch nie vom Pferd aus gekämpft, entsprechend schwer fällt mir das Parieren, aber die Streitaxt erwischt mich nicht so heftig, denn der Großteil wird von meiner Rüstung abgefangen. Es folgt ein Schlagabtausch und ich lande rasch meinen ersten Treffer. Wieder erleide ich Schaden und kontere gleich darauf mit einem noch stärkeren Schlag. Nach einigen Augenblicken treffe ich ihn so hart, dass er von seinem Pferd fällt. Sofort springe ich ihm hinterher und der Kampf geht weiter. Wir sind uns eine Zeit lang ebenbürtig, dann schlage ich ihm eine weitere Wunde und er bricht zusammen. Da Kylaria schon den dritten Gegner bekämpft, ist nur noch der Bannerreiter übrig und ich sehe, wie dieser sich aus dem Staub macht. Sofort schwinge ich mich auf Ashkii und presche dem Flüchtenden im Galopp hinterher. Mit jedem Galoppsprung verringere ich die Distanz zwischen uns, bis ich neben ihm herreite und nach den Zügeln seines Pferdes greife. Ich schaffe es aber nicht gleich, sein Pferd wieder in die andere Richtung zu lenken, sondern brauche einige Versuche, um das Tier unter Kontrolle zu bringen. Dabei haut mir der Bannerreiter einen Dolch gegen das Bein, ich lasse mich aber nicht beirren und bringe unsere Pferde in den Schritt, um mich schließlich so auf ihn zu werfen, dass ich ihn auf den Boden reißen kann. Dann liege ich auf ihm und schlage ihm drei Mal ins Gesicht. Dann sticht er mir seinen Dolch in die Brust und reißt mir ungünstig eine Wunde. Ich rolle mich von ihm runter und bringe Distanz zwischen uns, während er aufsteht und Kylaria ihm die Axt entgegenhält: „Es reicht!“ Da lässt er den Dolch fallen und hebt die Hände.

Nach einem kleinen Heiltrank von Kylaria schließt sich meine Wunde, aber ich fühle mich immer noch etwas geschwächt, gehe aber dennoch zu den am Boden liegenden, um nach ihrem Zustand zu schauen. Alle tot.

Kylaria fragt den Bannerreiter aus und er meint, er wollte zurück nach Arnlan reiten, um dort Bericht zu erstatten. Sie seien wohl Grenzreiter. Ich frage ihn: „Wisst Ihr, wo Kratos ist?“ – „Wo?“ – „Er war vor kurzem in unserem Zeltlager, ist aber bestimmt schon weitergereist, vermutlich Richtung Yslisee, dort gibt es eine Anlagestelle.“ Wir erfahren auch, dass Kratos mit einem Schiff unterwegs war, er hat ihn aber selbst nicht gesehen. Kylaria spricht einen Heiligen Befehl auf ihn, dass er uns zum Anlegeplatz bringen soll und anschließend einen Beruf ausübt, der nicht gegen die zwölfgöttliche Ordnung gerichtet ist. Die Waffen der Toten nehmen wir mit und das Gold (31 Dukaten, 23 Silber, 50 Heller) sammle ich ein, um es später einem Borontempel zu spenden.

Bei der Anlegestelle fragt der Bannerreiter, ob er noch ein Pferd mitnehmen kann, aber ich verneine. Kylaria gibt ihm stattdessen 10 Dukaten für sein Schweigen und er haut ab. Bei einer alten Frau hinter einem Pult erfahren wir, dass das Schiff hier kurz abgelegt hat und gegen eine Bezahlung von Kylaria erzählt sie auch, dass ein vermummter Mann mit einer jungen Frau ausgestiegen ist. Ich zahle ihr 2 Silber und 8 Heller, um uns mit den Pferden über den Fluss zu bringen.

Auf der anderen Seite verkaufen wir die vier Pferde um je 220 Dukaten! 500 Dukaten gibt er uns jetzt und den Rest als Wechsel, der in jeder Bank in den Schwarzen Landen eingetauscht werden kann.

Bevor wir Altdorf erreichen, wird es Abend und wir kommen in eine kleine Siedlung, in der wir uns in der Taverne niederlassen und dort 1 Goldstück pro Person zahlen. Die Leute hier sind mir suspekt, aber sie scheinen erst Mal recht vernünftig zu sein und warnen uns, dass man uns spätestens in Altdorf aufknüpfen wird. Erst recht sollen wir nicht zur Ruine in der Nähe gehen, in der ein Vertrauter von Kratos eingekehrt ist. Wir überlegen erst sofort loszulaufen, aber wollen uns dann doch etwas ausruhen und gehen dann erst Mal zu einer Kräuterhexe, um unsere Tränke aufzustocken. Wir kaufen 4 magische Heiltränke (3W6+3) um 100 Dukaten, 2 Wirselkrauttränke (3W6+6, aber keine Wunden) um 12 Dukaten und 6 Einbeerentränke um 18 Dukaten. Letzteres steckt Kylaria ein und kauft noch 2 Tränke, die 24 Stunden wach halten und anschließend so etwas wie einen Kater verursachen.

11. Travia 1035

Vor Sonnenaufgang stehen wir wieder auf, um uns zur Ruine aufzumachen. Ich schlage vor, mir das erst anzusehen, weil ich ungern einfach da reinspaziere. Mit ausgezogener Rüstung schleiche ich mich also vorwärts und sehe zwei voll gerüstete Leute beim Eingang stehen. Ich umrunde die Ruinen und entdecke bald den Turm, der nur noch mit zwei Stöcken vorhanden ist. Darin befindet sich im zweiten Stock ein Käfig, in dem jemand in eine Decke gehüllt liegt.

Wir diskutieren ein wenig und als die Sonne aufgeht, versuchen wir unbemerkt bis zum Turm zu gelangen. Dort klettere ich nach oben, bis ich nach einiger Zeit im zweiten Stockwerk ankomme und mich am Käfig anklammere, der den Weg nach drinnen versperrt. Ich werfe einige Kieselsteine auf die Decke und flüstere Avalas Name, aber sie regt sich erst sehr spät und dreht sich dann zu mir. Sie ist geknebelt und trägt eine Augenbinde, aber es ist definitiv Avala! Ich sage etwas lauter, dass sie herrobben soll, aber sie bewegt sich äußerst unkoordiniert und ich meine, dass ich gleich wiederkomme. So klettere ich nach unten in den ersten Stock und erkenne auf einem Stuhl sitzend bei einer Luke nach oben die vermummte Person. Leider entdeckt sie mich beim Versuch, hinzuschleichen und sie erhebt ihren Stab, aber ich bin schneller und erwische seinen Arm mit Al’Damwathi. Ich spüre Knochen unter der Klinge, der Stab leuchtet auf und die Vermummung gleitet hinab, doch eine Wolke bildet sich über dem Kopf, ehe ich sein Gesicht erkennen kann. Aus meinem tauben Ohr höre ich das Lachen von Kratos.

„Bist du also doch gekommen, obwohl wir einen anderen Ort ausgemacht haben.“ – Ich hebe mein Schwert, doch ich zögere. Er hat vorhin nicht pariert, was, wenn Avala stirbt, wenn ich das mache? Kylaria erreicht derweil das obere Stockwerk und Kratos sagt mir, dass meine Entscheidung, Avala vorher zu holen, eine schlechte war. Er hebt die Hand und ein höllischer Schmerz durchzuckt meine Muskeln. „Na, ein kleiner Schwächeanfall? Es wäre klüger, du würdest sofort abhauen.“ Ich verneine, dass ich Avala nicht hierlassen werde.

Da kommen Avala und Kylaria die Luke herunter und ich versuche mich auf Kratos zu werfen, der wiederum die Hand auf mein Herz legt und etwas auf Zhayad rezitiert. Das Atmen fällt mir schwer, da wird Kratos von mir weggerissen, weil Kylaria sich auf ihn stürzt. Sie ruft: „Nimm Avala und lauf!“ Plötzlich gibt es einen Knall und die Wolke am Kopf wird wie durch einen Spalt in den Limbus gezogen und Kylaria hält eine Frau in den Händen, deren letzte Atemzüge vergehen. „Ich hoffe dir gefällt mein Geschenk.“, höre ich noch in meinem tauben Ohr und dann merke ich, wie irritiert Avala ist. Sie erinnert sich nicht an mich… sie weiß nicht, wer ich bin…

Ich fühle mich leer und ausgelaugt, dennoch hebe ich Avala auf mein Pferd, halte sie vor mir fest. Danach nehmen wir einen Seegler bis nach Göttertrutz, wobei ich es vermeide, viel mit Avala zu sprechen. Es tut einfach so weh…

14. Travia 1035

Wir trennen uns an der Anlegestelle. Kylaria und Avala gehen zur Festung, während ich in das Dorf nähe Perainefurten reise, um nach Fiya zu sehen. Am Abend stürme ich in mein Zimmer und rüttle an Fiya, die im Bett geschlafen hat und sie fragt „Was habt Ihr getan?! Ich kann nicht schlafen, er ist in meinem Kopf.“ – „Das kriegen wir schon hin.“, versuche ich sie zu beruhigen und merke, dass sie sich die Arme aufgekratzt hat. Ich würde am liebsten gleich wieder los, aber ich bin müde und es wird Nacht, also bleiben wir noch eine Nacht hier.

15. Travia 1035

Früh am Morgen reiten wir los, Fiya, die unter Schwächeanfällen leidet, setze ich vor mich und reite mit ihr zur Festung.

Als ich in Göttertrutz ankomme bringe ich Fiya in den Borontempel und treffe dort auf Avala und Kylaria. Avala hat wohl einen Borongeweihten angegriffen, aber sie war dabei nicht bei Bewusstsein, denn sie leidet unter Albträumen. Seine Gnaden Eulrich ist aber am Weg der Besserung. Deshalb wurde Avala auf ein Bett fixiert und mit göttlicher Hilfe schlafen gelegt.

Schließlich wacht sie auf und schreit, dass sie los will, worauf Kylaria sie losmacht und ich ihr die Flöte in die Hand gebe. Daraufhin setzt sie sich aufs Bett und spielt eine Melodie, worauf sie sich zu beruhigen scheint. Sie möchte gehen, also verspreche ich ihr, dass wir bald gehen werden, sobald Fiya sich ausgeschlafen hat. Danach wollen wir mit beiden Richtung Neuschanz ziehen. Kylaria geht zu den Boroni und erfährt, dass Fiya noch von der Hochgeweihten des Tempels behandelt wird, da etwas ausgetrieben werden muss. Am nächsten Morgen können wir dann gehen. Avalas Erinnerungen werden wohl irgendwann zurückkommen, aktuell macht sie auch noch, was man ihr sagt. Ihre Albträume könnten weiter anhalten, deshalb bekommen wir ein beruhigendes Mittel für sie mit.

Sie hat in ihren Träumen immer wieder nach Onkel Vlad gerufen, deshalb würde ich gerne mit ihr nach Hause gehen, aber ich weiß nicht, ob ich das aushalte. Aber sie scheint sich bei mir wohl zu fühlen. Kylaria würde auch mit uns allen nach Neuschanz gehen, aber ich muss erst meditieren und mir über eines klar werden. Außerdem gehe ich zum Hochgeweihten, um mit ihm über meine Vergehen zu sprechen.

Nur eine halbe Stunde nach meiner Meditation halte ich es nicht mehr aus und ich gehe zu Avala und sie fängt einfach an mit mir zu tanzen! Ich erkläre ihr stammelnd, wie ich für sie empfinde und dass ich ihr überallhin folgen wird…

16. Travia 1035

Fiya schläft noch, deshalb möchte ich mich von Kylaria schon mal verabschieden und mit Avala losreisen in die Richtung ihrer Heimat. Dabei wollen wir aber einen Bogen um die schwarzen Lande machen. Kylaria gibt uns für die Reise 350 Dukaten und wir verabschieden uns, wobei ich tatsächlich ein paar Tränen verdrücke.

Anhang: "Machs gut, mein Junge" (Maximus legt seine Weihewaffe nieder)

M Ashkii führt mich. Nicht ich ihn, sondern er mich, denn er hat gemerkt, dass ich mich verändert habe. Vorsichtig und aufmerksam setzt er einen Fuß vor den anderen und galoppiert den Großteil der Strecke in einem viel zu hohen Tempo durch. Und trotzdem wirft er mich nicht ab, er bringt mich voller Eifer bis an die Tore der Amazonenburg und legt dort aus dem Galopp eine Vollbremsung hin, wobei ich nun doch beinahe vornüber aus dem Sattel geflogen wäre. Wir sind schon hier? So schnell? Ich steige ab und klopfe Ashkii den vor Schweiß klatschnassen Hals. Die Leute hier kennen mich. Ich hoffe, sie lassen mich auch ein weiteres bereitwillig in ihre Burg.

Azina Das Burgtor steht offen und die Amazonen sind immernoch geschäftig dabei, aufzuräumen. Ein paar Tage mögen vergangen sein, aber so eine Belagerung hinterlässt ihre Spuren. Hier und da hängen Frauen an Seilen an den Mauern runter, Holzbalken stützen Stein, der zu fallen droht. Der ein oder andere neugierige oder wachsame Blick fällt in Maxis Richtung, aber nachdem man ihn kennt, lässt man ihn gewähren. Das ein oder andere bekannte Gesicht seinerseits nickt ihm sogar zu, bis er Azina entdeckt, die direkt auf ihn zueilt. Hatte man ihr von seiner Ankunft berichtet?

M Ich lasse meine Hand an Ashkiis Hals liegen, um ein wenig das das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit zu haben. Azina blicke ich mit ausdrucksloser Miene entgegen und als sie schließlich bei mir ankommt, halte ich ihr einen Brief hin. "Meine Schwertmutter Kylaria della Kerres wird eines Tages kommen und nach mir suchen. Wenn ich nicht hier sein sollte, soll sie ihn bekommen." Meine Stimme klingt kraftlos, mein typisch freundliches Lächeln ist nicht zu sehen. Außerdem wirke ich abgeschlagen, meine Kleidung trägt Spuren eines Kampfes und mir wird klar, dass ich es nicht geschafft habe, Kratos auch nur einen Kratzer zuzufügen, während ich beinahe mein Leben lassen musste. "Außerdem möchte ich Ashkii in Eurer Obhut lassen, bis sie kommt, denn wo ich hingehe, kann ich ihn nicht mitnehmen." Ich zögere, nur einen Moment, dann nehme ich meine Hand vom Hals meines Pferdes und gebe die Zügel an Azina weiter. Ich kann den vorwurfsvollen Blick von Ashkii auf mir spüren, aber ich wage es nicht, ihn anzusehen. Stattdessen löse ich mit laut pochendem Herzen und zittrigen Fingern die Scheide von al'Damwathi von meinem Gürtel. Etwas in mir schreit laut auf, versucht, mich davon abzuhalten, aber schließlich habe ich es befreit und auch das strecke ich Azina entgegen. Die einzigen Waffen, die ich nun noch bei mir trage sind der Stab von Avala und Patroni. Das Recht auf mein Weiheschwert habe ich verwirkt und meinen eigenen Stab verloren. Das muss reichen. Und wenn nicht, dann soll es eben so sein.

Azina Ich nicke bedächtig, irritiert davon wie Maximus sich gerade gibt und nehme entgegen, was er mir hin hält. Sollten Rondra geweihte nicht an ihren Waffen hängen? "Wo ist Avala?", frage ich sodann frei heraus und schaue kurz an ihm vorbei, als würde sie eh jeden Moment im Burgtor auftauchen...

M "Weg.", antworte ich harsch, als hätte Azina genau die Frage gestellt, die ich nicht hören will. "Und das hier...", ich ziehe meinen zerrissenen Wappenrock aus lege ihn auf eine Kiste neben mich. "Kann entsorgt werden." Zuletzt halte ich nur noch die Schwertfibel in der Hand und ich strecke diese aus, um sie ebenfalls auf den Wappenrock zu legen. Dann aber zögere ich, weswegen ich mich selbst verachte... ich kann es nicht wegwerfen... und hänge das Ding an Ashkiis Zaumzeug, wonach ich ihm zärtlich über die Nüstern streichle. "Machs gut, mein Junge. Ich hoffe, ich kann Avala zurückbringen." Dann nicke ich Azina zu. "Danke für alles."

Azina Ich lupfe eine Augenbraue. Nun.. jeder hat seine launische Phasen... Oder haben die zwei sich getrennt? Aber warum dann dieses Getue mit dme pferd und seinem Zeug?

M Ich wende mich ohne ein weiteres Wort von Azina ab und verlasse die Burg mit schnellen Schritten. Dabei fühle ich mich, als hätte ich mir gerade selbst das Herz rausgerissen. Das letzte Mal habe ich mich so allein gefühlt, als mein Vater gestorben ist. Aber heute ist niemand gestorben. Oder ist es ein Teil von mir?...

Azina Mit Maximus Schwert in den Armen und einem Brief in der Hand stehe ich noch immer irritiert da... "Was war das...?" Auf die Frage den blicke meiner Schwestern zucke ich die Schultern und überlege, wo ich diese Schwert unter bringe. Wird Mutter es erlauben es im Tempel aufzubewahren? Zunächst aber muss sich jemand um das arme nassgeschwitzte Tier kümmern...

Anhang: "Es braucht jetzt keine flüchtige Freundin, sondern seine Mutter!" (Kylarias Konfrontation mit Azina)

Es vergehen [füge hier die Zeit ein, die es braucht bis Kylaria dort ankommt] Tage, in denen zwischendurch ein Bote für Maximus in der Burg ankommt und seinen Brief an Kylaria gleich wieder mitnimmt, da werde ich darüber unterrichtet, dass eine Frau in den Farben Rondras auf die Burg zureitet - in letzter Zeit bin ich ganz schön wichtig geworden.... Ob das nun diese Kylaria ist? Ich beschließe mich unter die Leute zu mischen, die Besucher empfangen und mir erstmal ein Bild von ihr zu machen.

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Eilig reite ich auf die Burg zu, lang genug war der Weg her ja bereits... Sobald ich am Tor ankomme geht mein Blick durch die Menge, ob ich irgendwo Avalas oder Maxis Silhouette entdecken kann... Und werde enttäuscht. "Rondra zum Gruße!", Lasse ich verlautbaren und erhalte ebenso Begrüßungen. Ich steige von Askur und klopfe ihm lobend auf den Hals. "Ich suche seine Gnaden Maximus Donnerkrach aus Donnerbach. Er hat mir zuletzt von hier geschrieben und mir sein Schwert und sein Pferd hinterlassen!" Die skeptischen Blicke mir gegenüber scheinen sich ein wenig zu ändern und eine der Kriegerinnen kommt auf mich zu. "Woher weiß ich, dass Ihr seid, wer Ihr zu sein behauptet?" Ich stocke für einen Moment. Damit habe ich nicht gerechnet.

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Ganz schön fordernd, diese Rondra Geweihten des 12 Götter Kultes... Nochmal lasse ich mich jedenfalls nicht von ihnen überrumpeln! "Also?" Ich sehe die erstaunlich schlanke Kriegerin erwartungsvoll an. "Nun... Briefe können abgefangen werden, also bringt es nichts euch daraus zu zitieren schätze ich..." Die Frau wirkt nachdenklich, aber keineswegs feindselig oder sauer darüber, dass ich um einen Beweis bitte.

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Während ich nachdenke entdecke ich in der Ferne eine Gewitterwolke. Danke. "Wir dienen derselben Göttin, die es nicht gutheißt die Unwahrheit zu sprechen. Führt mich vor ihren Altar, ich werde schwören und ihr Blitz soll mich treffen, wenn ich nicht Kylaria della Kerres bin!" Wie um meinte Worte zu untermalen hört man in der Ferne eine Donnergrollen und ich lächle dankbar.

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Ich sehe, wie nicht nur mein Kopf sich zur Gewitterwolke dreht, die sich in der Ferne zu entladen scheint. Ein gutes Zeichen. "Schon gut. Euer Wort reicht mir und sollte es sich als falsch herausstellen, werde ich Euch bis ans Ende Deres jagen... Ich werde euch finden und mich grausam an Euch rächen!"

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Das Lächeln und der freundliche Ton ihrer Worte sind gruseliger als die Worte selbst, aber ich nicke anerkennend. "Azina", meint sie dann, während sie mir ihre Hand reicht. "Kylaria", nicke ich und schlage ein. Sogleich macht sie eine Geste mir zu folgen und führt mich in den Tempel. Ein beeindruckendes Bauwerk allein der Göttin gerichtet. Aber leider habe ich nicht die Zeit das alles zu bewundern. Vielleicht ein andermal. Wir kommen an einem Stück der Wand vorbei, an dem eine Amazone in Handwerker-Kluft etwas in die Wand meißelt. Erst jetzt merke ich, wie die Wand über und über mit Namen bedeckt ist. Wir gehen weiter in eine Nebenhalle. Dort erwartet mich der Anblick einer bewundernswerten Sammlung von Waffen, teilweise völlig zerstört, aber sorgfältig gepflegt und angeordnet, sodass man erkennen kann, was für eine Waffe es vor ihrer Zerstörung gewesen sein muss.. Ich schaue mich noch beeindruckt um, während Azina ein Schwert von einem der Halterungen nimmt und es mir entgegen hält. Al'Damwathi. Er hat es tatsächlich hier gelassen...

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Ich erkenne den Schock und die Trauer in ihrem Blick, als sie das Schwert sieht. Spätestens jetzt bin ich mir sicher, dass sie es ist, dem Maximus das Schwert hinterlassen hat. "Das hier solltet Ihr auch mitnehmen." Ich halte ihr den Wappenrock hin, den Maximus ebenfalls abgelegt hat und ernte einen fast schon wütenden Blick. "Warum habt Ihr ihn gehen lassen? Ihr müsst doch gesehen haben, in welchem Zustand er sich befindet!" Ich hebe mein Hände entschuldigend. "Er hat mich überrumpelt... Und hätte er mich nicht hier festgehalten, indem er sein Schwert und die Nachricht in meine Obhut gab, wäre ich ihm gefolgt!"

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Ich muss meine Wut zügeln und atme einmal tief durch. "Außerdem... Braucht es jetzt keine flüchtige Freundin, sondern seine Mutter." Was? Mutter? Moment.. Schwertmutter.. natürlich. Ich nicke betrübt. "Das fürchte ich auch. Gut.. wo ist Ashkii? Ich möchte nicht noch mehr Zeit verlieren.." Die Amazone nickt und wir verlassen den Tempel und eilen zum Stall. Dort finde ich sogleich beide Pferde.. Askur und Ashkii die sich freudig begrüßen. Irgendwer hat sich wohl meinem Pferd angenommen... Ich schiebe das unwohle Gefühl beiseite und gehe direkt zu Ashkii. "Hör zu min Guter... Du wirst mich dort hin führen müssen, von wo du Maxi das letzte Mal hergebracht hast!"