Ausbildung bei Deveron Elgarstyn

Aus Liber Historium
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Zeit: 2. Ingerimm - 30. Rahja 1030 BF

Ort: Fasar

Beteiligte: Lana Adersin-Nagraskjaleff, Aedin Adersin

Erwähnungen: Fayrishe Yilbalisunya (Magierschülerin), Magister Deveron Elgarstyn (privater Lehrmeister der Obscuromantie)

Auszug aus Lana Adersin-Nagraskjaleffs Tagebuch:

02. Ingerimm 1030

Fasar

Nachdem wir uns von den Strapazen des Rituals erholt hatten, sind wir nach Fasar aufgebrochen und suchten uns ein kleines aber feines Gasthaus, das uns die nächste Zeit als Schlafstätte dienen würde. Aedin möchte mir nun endlich den Gardianum beibringen, den er mir ans Herz legte, als ich ihm vom Umbra Porta erzählte. Mit Flo suchte ich die Al Achami Akademie auf, um Laris‘ Hinterlassenschaften zu sichten und die Liste zu holen, von der er gesprochen hatte.

05. Ingerimm 1030

Fasar

Diese Stadt ist ein Wahnsinn. Ich glaube, hier werde ich mich niemals auskennen und ich kann echt froh sein, dass ich es zumindest schaffe, jeden Tag aufs Neue das Gasthaus zu finden. Meistens zwar auf Umwegen, aber ich musste noch nie auf der Straße übernachten. Der Gardianum erweist sich als weniger knifflig, als ich gedacht hatte, aber die Übung fehlt mir natürlich noch.

07. Ingerimm 1030

Fasar

Auf dem Weg zum Basar wurde ich von einem Mädchen angerempelt, sie war bestimmt nicht älter als 10, und wäre beinahe selbst in Schwierigkeiten geraten, als ich versuchte, ihr zu helfen. Sie lief von einer Gruppe Soldaten weg und wurde wenige Schritt hinter mir gefasst und in eine dunkle Ecke gezogen. Ich sah mich hilfesuchen um, doch die Menschen, die es bemerkt hatten, sahen bewusst weg und gingen weiter ihrem Handwerk nach. Ich aber konnte nicht wegsehen. Sofort eilte ich hinterher und sah gerade noch, wie ein Faustschlag das Gesicht des Mädchens traf und erhob meinen Magierstab, um mehr Gewicht in meine Kräfte zu legen. Als mir die Worte des Flim Flams laut und energisch über die Lippen kamen, ruckten alle Köpfe zu mir und den nächsten Moment der Blendung nutzte ich, um vorwärts zu stürmen, das Mädchen am Arm zu packen und sie einfach blind, wie sie nun war, mit mir zu ziehen. Sie wehrte sich nicht und so rannte ich mit ihr im Schlepptau die Gasse entlang, bog dann links ab und wieder rechts, ehe das Mädchen mir im Laufen zubrüllte, dass ich sie loslassen sollte. Sofort blieb ich stehen und betrachtete ihre Wunden. Sie war über und über mit Blut bedeckt und das geschwollene Gesicht deutete zusätzlich darauf hin, dass sie zusammengeschlagen worden war. Bevor ich sie fragen konnte, was passiert war, hörten wir mehrere Stiefel am Boden herantrampeln und nachdem wir uns nur kurz zugenickt hatten, rannten wir weiter. Dieses mal aber wies sie mir den Weg und ich folgte ihr bis in eine Sackgasse, in der sie, flink wie ein Wiesel, die Mauer am Ende erklomm und dann herausfordernd frech zu mir heruntergrinste. Da standen auch schon die Bewaffneten hinter mir am Ende der Gasse und ich musste einem Speer ausweichen, der vibrierend in der Wand stecken blieb. Ich nutzte die Gelegenheit und setzte meinen Fuß auf das Holz, um mich dann mit dessen Hilfe über die Mauer zu wuchten. Die Soldaten hatte ich daraufhin auch schon abgeschüttelt, aber das Mädchen war ebenfalls nicht mehr zu sehen gewesen.

09. Ingerimm 1030

Fasar

Heute sprach ich den Gardianum mehrere Male erfolgreich und ich bin zuversichtlich, dass ich ihn bald so gut beherrsche, dass ich den nächsten Schritt in Richtung Umbra Porta machen kann. Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich beobachtet werde. Möglicherweise hat der kurze Moment vor dem Einsetzen der Blendung gereicht, um den Soldaten die Möglichkeit zu geben, mich identifizieren zu können.

12. Ingerimm 1030

Fasar

Es ist das Mädchen. Die Kleine verfolgt uns ab und zu, doch wenn ich versuche, sie in ein Gespräch zu verwickeln, hat sie durch die Straßen Fasar’s ab. Sie kennt sich viel zu gut aus, als dass ich sie verfolgen könnte. Wer ist sie und warum beobachtet sie mich? Am späten Abend, als die Praiosscheibe gerade am Untergehen war, begleitete mich Aedin raus aus Fasar, um dort den Umbra Porta zu probieren. Aedin beobachtete jeden meiner Schritte und als der Gardianum zu seiner Zufriedenheit wirkte, wagte ich es, in den Schatten eines Baumes einzutauchen, nachdem ich in diesen mithilfe der Astralfäden manipuliert hatte. Ich war nur den Bruchteil einer Sekunde im Schatten und doch war es atemberaubend, , mysteriös und so… machtvoll.

13. Ingerimm 1030

Fasar

Ihr Name ist Fayrishe Yilbalisunya und sie ist die Schülerin von Deveron Elgarstyn, den ich dank einem großen Missverstädnis kennen lernten durfte. Aber ich fange lieber von vorne an zu erzählen. Als ich morgens durch die Straßen von Fasar marschierte, trat das Mädchen an mich heran und erzählte etwas davon, dass sie mich enttarnt hätte und ich mitkommen solle, um mich Meister Elgarstyn zu stellen. Meine Strafe würde mich auch schon erwarten: Die dunkle Kammer. Ich gestehe, ich hatte keine Ahnung, wovon sie überhaupt sprach, doch sie schien so überzeugt von ihrem Glauben zu sein, dass ich ihr, neugierig wie ich nun mal bin, einfach folgte. Fayrishe führte mich in den Fasarer Stadtteil Keshal Isiq und anschließend in ein brüchig aussehendes Lehmhaus, wo sie mir ein Buch zeigte, das sie gerade las. Es war in Ur-Tulamidya geschrieben, womit ich es also nicht entziffern konnte. Während ich aber dennoch höflich die Seiten durchblätterte und das Mädchen auf mich einredete, dass sie ewig darauf gewartet hatte so eine Gelegenheit wie mich zu finden, stand plötzlich ein Mann hinter mir. Ich hatte weder gehört, noch gesehen wie er an mich herangetreten war. Er ignorierte mich erst und stellte Fayrishe zur Rede, was ich hier zu suchen hatte. Interessiert lauschte ich den beiden, obwohl, eher Fayrishe, denn der Mann selbst sprach kaum ein Wort, auch wenn ich nicht verstand, was das alles zu bedeuten hatte. Anscheinend hatte es eine Verwechslung gegeben und der Mann wies das Mädchen alleine mit einem Blick zurecht ehe er sich zu mir umdrehte. Bei seiner Autorität lief es mir eiskalt den Rücken hinunter und ich fragte mich, wieso ich überhaupt hierher gekommen war. Er deutete mir unmissverständlich durch ein Kopfnicken, dass ich gehen sollte, was ich sogleich auch tun wollte, doch als Fayrishe betonte, dass ich vom Umbra Porta gesprochen und diesen auch angewandt hatte, hielt er mich mit der erhobenen Hand zurück. In mir schrillten die verschiedensten Alarmglocken, doch ich blieb gebannt stehen und antwortete wahrheitsgemäß, als er mich fragte, ob dies die Wahrheit sei. Es stellte sich heraus, dass er, Deveron Elgarstyn, einer von wenigen Obskurmanten ist und auch der einzige, der relativ offen mit seinen Fähigkeiten umgeht. Als er das ansprach, nutzte ich die Gelegenheit, ihn um Unterricht im Umbra Porta zu bitten und, zu meiner Überraschung, willigte er ein, nachdem ich ihm mein Können präsentiert hatte.

15. Ingerimm 1030

Fasar

Aedin wollte Magister extraordinarus opacitatis Elgarstyn kennen lernen, weshalb ich ihn zu meiner zweiten Lerneinheit mitnahm. Seine Sorge scheint wohl besänftigt zu sein, doch er riet mir, trotzdem vorsichtig zu sein. Außerdem haben wir Grimmnim wieder getroffen, der uns gemeinsam mit seinem Bruder im Praios Richtung Kyndoch begleiten wird.

26. Ingerimm 1030

Fasar

Unter der Aufsicht von Meister Elgarstyn mache ich wirklich große Fortschritte mit dem Umbra Porta und ich fühle mich mit jedem Mal sicherer. Zwar ist mein neuer Lehrmeister nicht sehr gesprächig, denn er beschränkt seine Worte immer auf die nötigsten Informationen, aber die Ruhe lässt mich sehr konzentriert arbeiten und ich ertappe mich ständig dabei, dass ich selbst in längere Schweigephasen verfalle. Er bot mir sogar an, mir auch noch den Ecliptifactus und Ignorantia zu lehren. Natürlich nur gegen die nötige Bezahlung, aber ich verschwendete gar keinen Gedanken daran, sondern willigte sofort ein.

09. Rahja 1030

Fasar

Fayrishe und ich sind mittlerweile mehr oder weniger ein gutes Team geworden. Ich versuche ihr zu erklären wie man versucht sich von Ärger fern zu halten und sie ist ganz erpicht darauf, mir zu erzählen, welche Ur-Tulamidya Worte sie gelernt hatte. Sie scheint mich wirklich zu mögen, aber ich glaube das liegt daran, dass sie nicht viele Frauen in ihrem Umfeld hat.

20. Rahja 1030

Fasar

Der Unterricht ist hart und mich beschleicht das Gefühl, dass Meister Elgarstyn mir etwas verheimlicht. Er ist allgemein seltsam und so viel anders als Aedin. Er erklärt mir alles nur ein einziges mal, ehe er mich stehen lässt und abhaut um wichtige ‚Dinge‘ zu erledigen.

30. Rahja 1030 Fasar

Nachdem ich den Umbra Porta, den Ecliptifactus und den Ignorantia so weit beherrsche, dass ich die Zauber gefahrlos wirken kann - gut, ich gebe es zu, eine gewisse Gefahr besteht bei Zaubern immer, speziell bei diesen - musste ich mich von Meister Elgarstyn und Fayrishe verabschieden. Die Kleine wird mir fehlen, vor allem ihre quirlige, neugierige und sturköpfige Art. Sie erinnert mich ein wenig an mich selbst. Meister Elgarstyn hingegen nickte mir zum Abschied zu, wie er es die letzten beide Monde täglich getan hatte, doch dann erhob er ein letztes Mal seine Stimme und sprach mehr Worte an einem Stück, als ich jemals gehört hatte: „Der Mensch versucht immer, sich zu schützen. Doch er mag Mauern bauen, so hoch er will, und sein Heim erleuchten, so hell er kann: All dies führt nur dazu, dass die Schatten zahlreicher und dunkler werden.“ Ich hoffe ihn früher oder später nochmal zu treffen, um die Geheimnisse, die ihn umgeben, zu lüften. Am 1. Praios werden wir aufbrechen um nach Kyndoch zu reisen. Wir möchten sehen, zu was sich unser Dorf entwickelt hat und dort werden wir uns auch nähere Gedanken über unsere Hochzeit machen. Ist das nicht wunderbar, liebes Tagebuch? Noch ein oder zwei Monde, bis wir genaue Pläne schmieden.